LUXEMBURGCORDELIA CHATON

Exklusiv: Heimisches Start-up hat eine App für Bewerbungsgespräche über Handy entwickelt

Als Nathalie Dondelinger jemanden für ihr Kommunikationsunternehmen suchte, war sie genervt: Anzeigen lesen junge Leute nicht und die Jobbörsen waren sehr teuer. „Ich stellte fest, dass recruiting eigentlich immer noch sehr zeitaufwendig und teuer ist und nicht wirklich dem Zeitgeist entspricht. Früher schickte man CV und Foto per Brief, jetzt läuft alles über Mail. Aber es müsste doch eine zusätzliche Dimension geben“, dachte sie sich.

Schließlich kam Dondelinger auf eine Idee. „Ich wollte eine einfache Anwendung, bei der ich die Kandidaten gleich sehen kann“, berichtet sie. Gemeinsam mit dem 18-jährigen Jonathan Levi entwickelte Dondelinger ein neues Produkt namens Kliber. „Wir wollen Kliber im März testen und werden wohl im Frühjahr damit an den Markt gehen“, verrät die Luxemburgerin.

Zeit und Geld sparen

In ihren Augen ist Kliber die ideale Antwort auf eine Generation, die ohnehin dauernd online ist und auf ihr Handy blickt. „Wir gehen einfach einen Schritt weiter. Außerdem kann der Kunde schon einen Gesamteindruck vom Jobsuchenden über die Kliber-Plattform bekommen“, sagt die Gründerin. Die beiden Gründer sind überzeugt von den Vorteilen: „Eine Anwendung die Zeit und Geld spart, und mir gleichzeitig einen guten Gesamteindruck vom Kandidaten gibt“, meint Dondelinger. „Außerdem beobachtete ich Trends in den USA, die weitaus voran sind und junge Leute mobil erreichen.“

Jonathan findet die Idee nur folgerichtig. „Online-Jobbörsen laufen nicht mehr so gut. Aber social media und Netzwerke steigen stark an“, sagt er mit Blick auf eine Studie über globale Trends, die das Netzwerk LinkedIn veröffentlicht hat. „Die mobile Revolution gewinnt sehr an Tempo. Mobiles Recruiting wird auch 2015 ein wichtiges Thema“, ist dort zu lesen.

Laut der Studie informieren sich bislang gut ein Drittel der Kandidaten über Handy und knapp ein Drittel bewirbt sich auch über das Mobiltelefon. „Die Zahl der Mobiltelefonbewerber ist in einem Jahr um 75 Prozent gestiegen“, betont Levi.

Angesichts immer größerer Bildschirme bei Mobiltelefonen scheint es nur logisch, dass sie Computer in ihrer Funktion ablösen. Nicht jedes Land zieht daraus die gleichen Schlüsse. Während einige Länder wie beispielsweise Deutschland oder die Niederlande Recruiting immer mehr als Marketing sehen, verspricht man sich in Belgien davon Chancen bei Talenten, die weit weg wohnen.

Kliber soll die Handy-Bewerbungsgespräche nach Luxemburg und in die Großregion bringen. „In den USA gibt es schon ähnliche Produkte. Daher sind wir uns sicher, dass es eine richtige Idee ist“, sagt Dondelinger überzeugt. „Die Vorteile sind klar: Die Talente sind schneller, gezielter, preiswerter und leichter erreichbar. Vor allem erreicht es die richtigen Kandidaten.“

Allein von ihrem jungen Partner Jonathan habe sie viel gelernt. „Er ist Teil dieser Generation.“ Allerdings käme es auch darauf an, schon gute Angebote zu haben, um Kandidaten anzuziehen.

Wenn sich das Unternehmen und der Kandidat über Kliber erfolgreich in Kontakt getreten sind, steigen die Gründer aus. „Wir sind für den ersten Kontakt da, der Rest ist Sache der beiden“, versichert Dondelinger. „Meist ist ein erster Eindruck schnell gewonnen.“


Interessierte Unternehmen und Bewerber können sich schon mal einschreiben
unter info@kliberapp.com - www.kliberapp.com