LUXEMBURG
PIERRE WELTER

Verhandlungen im Fall der Steinewerfer auf der A1 bis heute ausgesetzt

Das Phänomen des Steinewerfens auf Autobahnen ist leider nicht neu. Bereits seit Jahrzehnten kommt es im Ausland und auch in Luxemburg wiederholt zu solchen Vorfällen. Im August 2015 war in Dänemark das Auto einer Familie aus Nordrhein-Westfalen von einem Stein getroffen worden, den Unbekannte von einer Brücke geworfen hatten. Die Frau starb, ihr Mann wurde schwer verletzt. Mit einem ähnlichen Fall musste sich das luxemburgische Gericht am Mittwochnachmittag beschäftigen. Zum Glück gab es bei diesem Vorfall keine Toten. Herauszufinden gilt es, was Menschen dazu treibt, Steine von einer Autobahnbrücke zu werfen - und damit das Schlimmste in Kauf zu nehmen?

Horrorvorstellung aller Autofahrer

Zwischen dem 5. und 9. Dezember 2015 hatten Unbekannte mehrfach Autofahrer ins Visier genommen. Gegen 18.00 und 24.00 warfen sie Steine von Brücken auf fahrende Autos - und trafen. Abwechselnd warfen sie auf der A1 zwischen dem Kreisverkehr „Irrgäertchen“ und dem Tunnel Howald und auf der A6 auf dem Verbindungsstück zur A3 in Richtung Düdelingen Steine herunter. Für die Tat gab es zunächst kein nachvollziehbares Motiv. Die Schäden waren hoch, die Besitzer klagten. Die Polizei suchte sofort nach der Tat mit zahlreichen Streifenwagen nach den Steinewerfern, die Staatsanwaltschaft ermittelte wegen versuchter Tötungsdelikte und suchte Zeugen. Mit Erfolg. Schon am nächsten Tag wurden zwei Verdächtige festgenommen. Es handelt sich dabei um zwei Luxemburger: Pasquale R. (27) und Kevin H. (21) waren bereits aktenkundig und vorbestraft und sitzen seit dem 10. Dezember 2015 im Gefängnis in Schrassig.

Am Mittwochnachmittag mussten sich die beiden Beschuldigten vor den Richtern unter anderem auch wegen versuchten Totschlags verantworten. Ein Ermittler der Abteilung „Vol Organisé“ der regionalen Kriminalpolizei aus der Hauptstadt sollte vor Gericht über die Affäre berichten. Doch dazu kam es nicht. Gleich am Anfang der Gerichtsverhandlung hatten die Verteidiger das Gericht ersucht, die beiden Gefangenen während der Verhandlung von ihren Handschellen zu befreien. Die Kriminalkammer wollte dazu keine sofortige Entscheidung treffen. Damit war die Verhandlung beendet.

Am Donnerstag wird die Kriminalkammer ihre Entscheidung bekannt geben.