LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Die weltweit größte Industriemesse der Welt findet vom 13. - 17. April statt

Angela Merkel musste gestern Abend um 18.00 da sein. Denn die Eröffnung der Hannovermesse in Anwesenheit des indischen Premierministers Narendra Modi ist Chefsache für die deutsche Kanzlerin. Immerhin handelt es sich um die größte Industriemesse weltweit. 6.500 Aussteller aus 70 Ländern sind vor Ort.

Partnerland der fünftägigen Leistungsschau ist in diesem Jahr Indien. Jochen Köckler, Vorstandsmitglied der Deutschen Messe AG, betont den Marktzugang, den die Messe indischen Unternehmen bietet. „Davon profitieren am Ende alle“, zeigte er sich überzeugt. Mit 1,2 Milliarden Einwohnern lebt mehr als ein Siebtel der Weltbevölkerung in Indien. In den letzten Jahren entwickelte sich die Wirtschaft des Landes immer schneller. Mit Russland und China zählt Indien zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt.

Aus Luxemburg in Hannover

Aus Luxemburg sind das Wirtschaftsministerium sowie das Forschungsinstitut LIST mit einem Stand in Halle 13 vertreten. Auch die Handelskammer, B-2-fair und das European Enterprise Network stellen in Halle 6 aus. Darüber hinaus sind Unternehmen wie ArcelorMittal und Köhl vor Ort.

Das Leitthema lautet in diesem Jahr „Integrated Industry“. Dahinter steht die Überzeugung, dass nicht nur die Maschinen miteinander kommunizieren können müssen, sondern dass diese auch in ein Netzwerk integriert werden sollten. Digital vernetze Fertigungsanlagen, innovative Produktionsverfahren und neuartige Industrieroboter gehören zu diesem Entwicklungsbereich. Weil IT in der Industrie immer wichtiger wird, sollen 2016 auch große Software-Unternehmen auf der Hannovermesse vertreten sein. 2016 sind übrigens die USA Partnerland der Hannovermesse.

Industrielle Revolution

Hinter der integrierten Industrie steht der Begriff „Industry 4.0“. Laut einer PwC-Studie investieren allein in Deutschland bis 2020 die Industriebetriebe rund 40 Milliarden Euro in Industrie 4.0-Anwendungen. „Bei Industrie 4.0 geht es um nichts Geringeres als die Weltsprache der Produktion“, zeigt sich Dietmar Goericke, Geschäftsführer des VDMA-Forums Industrie 4.0 überzeugt. Rund 80 Prozent der Unternehmen werden laut der PwC-Studie in fünf Jahren ihre Wertschöpfungskette digitalisiert haben. Sie erwarten sich davon mehr Umsatz und Kosteneinsparungen. Laut der PwC-Studie findet eine echte industrielle Revolution statt. Analysten sehen in der Digitalisierung der Industrie die Zukunft.

Die Hannovermesse ist Dachmesse für zahlreiche Leitmessen. So gibt es die Themen Industrieautomation & IT, Energie- und Umwelttechnologie, Antriebs- und Fluidtechnik, Forschung und Entwicklung sowie den Bereich Karriere. Auf der Messe locken wieder viele Neuheiten wie einen Stromlückenfüller, leistungsstarke Gleichstromkabel oder Nanogramme, die so unverwechselbar wie ein Fingerabdruck sind. Metallische Beschichtungseinheiten, neue Messverfahren und Laseranwendungen werden ebenfalls präsentiert. Trends wie Smart Grids und additive Fertigung, Leichtbau und Energieeffizienz stehen oben auf der Agenda. Außerdem wird eine Powerwoman gekürt und der Hermes Award vergeben.