LUXEMBURG
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Die Geschäfte dürfen seit gestern wieder öffnen - In die Freude mischen sich Zukunftssorgen

Auf diesen Tag haben viele Betriebe seit Mitte März sehnlichst gewartet: seit gestern dürfend ie meisten Geschäfte wieder öffnen - Ausnahmen bilden weiterhin Kinos (außer Autokinos), Fitnessstudios oder ähnliche, Freizeitparks, Spiel- und Unterhaltungsangebote in geschlossenen Räumen, Glücks- und Geldspiele, sowie Messen und Salons. Die Erleichterung, wieder arbeiten zu dürfen - wenn auch unter verschärften Hygienemaßnahmen - war entsprechend groß. Allerdings wird die Zukunft mit viel Sorge betrachtet, die wenigsten Geschäftsleute rechnen damit, die wegen des „Lockdowns“ verlorenen gegangenen Einnahmen schnell wieder wettmachen zu können. Wir haben uns umgesehen und -gehört. •

In den Ausstellungsräumen beim Autohaus Pirsch herrscht kein Gedränge – Termine sind angesagt   Foto: Cordelia Chaton - Lëtzebuerger Journal
In den Ausstellungsräumen beim Autohaus Pirsch herrscht kein Gedränge – Termine sind angesagt Foto: Cordelia Chaton

Geschäft rollt an - Beim Autohändler Pirsch eröffnete der Ausstellungsraum

An der Escher Straße warten die neuesten Modelle von Ford und Mazda auf Käufer. In den Geschäftsräumen wirkt es eher ruhig. „Wir tun alles dafür. Jetzt läuft viel mehr über Planung. Heute waren Kunden hier, die bereits vergangene Woche einen Termin abgemacht haben. Sie hatten schon eine genauere Vorstellung vom Auto, das sie wollen“, erklärt ein Verkäufer.

Gestern eröffnete der Showroom – nicht nur bei Pirsch. Der Autoverband FEBIAC hatte dieses Datum für alle Ausstellungsräume festgelegt. Kunden, die etwas wollten, konnten den Händler bis dato nicht nur per Mail kontaktieren. Aufgrund entsprechender Vorgaben war er auch im Rahmen der Coronavirus-Gesetze für dringende Wartungen und Reparaturarbeiten erreichbar. „Pannen-, Reparatur- und Wartungsarbeiten, die aus Sicherheitsgründen erforderlich sind, können noch durchgeführt werden“, erklärte der Branchenverband „House of Automobile“ (HOA) Ende März. Seit rund drei Wochen läuft also die Werkstatt beim Fordhändler wieder. Pirsch postete auf seiner Facebook-Seite Ende April „Happy to be back“ mit Bildern von Mitarbeitern mit Masken.

Doch das Glück ist getrübt. Die Branche rechnet mit hohen Einbußen. Schon durch die fehlenden Autoverkäufe bis Ende März büßen die Händler im Vergleich mit den Vorjahreswerten Einnahmen in hoher zweistelliger Millionensumme ein. Viele Kunden, die sich selbst über die Sicherheit ihres Jobs nicht im Klaren sind, zögern. „Nach dem Autofestival zu Jahresbeginn ist der Mai ein Monat, der sonst immer sehr gut lief“, versichert der Verkäufer. Er hofft, dass das so bleibt. Cordelia Chaton

Des files se sont formées devant certains magasins, car la plupart n’acceptent qu’un nombre limité de clients, distanciation sociale oblige   Photo: AS - Lëtzebuerger Journal
Des files se sont formées devant certains magasins, car la plupart n’acceptent qu’un nombre limité de clients, distanciation sociale oblige Photo: AS

Une reprise très attendue - A Esch, les commerçants ont le sourire

Les lumières sont allumées, les rideaux sont levés, cela faisait plus de deux mois que la rue de l’Alzette n’avait pas repris vie. Malgré une météo digne d’un mois d’octobre, les commerçants s’affairent pour ce premier jour de reprise. Pour Arnaud Lopez, gérant de la boutique de montres 55 Bis, les deux mois à la maison ont été très longs: «On ne savait pas quand on allait reprendre, c’était ça le pire. Mais heureusement tout le monde a été sympa, propriétaire, banques, on a réussi à jongler, mais il était temps de réouvrir», explique-t-il. Avec un loyer en stand-by, le commerçant dit bien s’en sortir: «Cela fait 15 ans que nous sommes à Esch, mais pour les commerces plus récents ce n’est pas drôle pour eux. Le propriétaire a mis le loyer en suspens, disons que nous allons trouver un arrangement j’imagine».

Marjorie Bachy a son carnet de rendez-vous déjà plein, la gérante du salon «Pause Beauté» est bien harnachée: masque, visière, il a fallu adapter son travail aux nouvelles conditions sanitaires. «La visière je l’ai acheté en grande surface, nous avons mis une plaque en plexiglas à la caisse, c’est du bricolage maison. Nous avons pris notre mal en patience pendant ces deux mois, heureusement je suis propriétaire des lieux et la banque a pu suspendre mes mensualités».

Tous les commerçants interrogés mentionnent les aides de l’Etat, une vraie bulle d’oxygène pour ces petites structures: «C’est mon comptable qui m’a parlé des aides d’Etat, les 5.000 euros ainsi que le chômage partiel, ce qui m’a bien aidé car le propriétaire n’a rien voulu savoir et a continué à percevoir le loyer», raconte Ana Vieira de Dora Couture.

Même chose à la boutique Armand Thierry un peu plus loin où la gérante a été mis en chômage partiel ainsi que ses deux vendeuses. Pour Doris Nivoix, c’est le siège à Paris qui donne les instructions, mais qui veille aussi au nouveau protocole sanitaire: masques, pompes à gel hydroalcoolique, mais aussi machine à vapeur pour désinfecter les vêtements essayés en cabine, l’équipe est prête pour accueillir les clientes dans de bonnes conditions, même si le chiffre d’affaire de l’année va prendre un gros coup. AUDREY SOMNARD

Laura Ferber und ihr Vater Jean-Marie Ferber sorgen sich, wie es mit dem Familienunternehmen weitergeht   Foto: Editpress/Julien Garroy - Lëtzebuerger Journal
Laura Ferber und ihr Vater Jean-Marie Ferber sorgen sich, wie es mit dem Familienunternehmen weitergeht Foto: Editpress/Julien Garroy

Kurz und gut - Wer am Eröffnungstag einen Termin beim Friseur hatte, war froh - Zu Besuch im Salon Ferber

Um 7.00, eine Stunde vor Ladenöffnung, waren schon alle Mitarbeiter des Salons Ferber in Bascharage vor Ort, um die Veränderungen zu besprechen, die die Coronavirus-Krise mit sich bringt. Sechs Friseure respektive Friseusen und vier Lehrlinge begrüßten die Kunden ab 8.00 - mit Desinfektionsgel und Masken, die das Strahlen kaum verbergen konnten.

„Die meisten Kunden haben früh angerufen. Sie freuen sich genauso wie die Mitarbeiter, dass wir wieder geöffnet haben“, sagt Laura Ferber, Junior Partnerin der Ferber Group. Das Familienunternehmen wird von ihrem Vater Jean-Marie Ferber geleitet, der ebenfalls im Salon ist. Dort kann er gleich einen prominenten Kunden begrüßen. Der Abgeordnete Max Hahn (DP) hat ebenfalls die telefonische Reservierungsmöglichkeit genutzt und schon vor einer Woche reserviert. Zuvor hatte er schon ein offenes Ohr für die Schwierigkeiten des mittelständischen Betriebs. Die fangen mit der Organisation an.

Im Salon stehen die Stühle weiter auseinander, die Räumlichkeiten wurden umdisponiert, bei einigen Plätzen gibt es Abschirmungen. „Da wir uns in unserem Beruf dauernd die Hände waschen und schon lange zuvor wegen des HIV-Virus strenge Desinfektionsregeln hatten, sind die Kunden hier sehr sicher“, unterstreicht Laura Ferber. „Daher wäre der Stuhlabstand nicht mal notwendig. Neu ist, dass jetzt jedem Kunden die Haare gewaschen werden müssen, außer das Haar wird gefärbt.“

Jeannette Hellenbrand lächelt in den Spiegel. „Ich bin immens froh“, versichert sie, während ihr Haar verschönert wird. Ihre Friseurin lächelt. „Wir sind glücklich über unsere Mitarbeiter, die sich flexible zeigen. Derzeit ist nur ein kleiner Teil noch im Familienurlaub“, sagt Jean-Marie Ferber. Dieser sowie die Kurzarbeit sorgen für höhere Kosten und drücken die Rentabilität.

Ferbers Termine sind für die nächsten beiden Wochen ausgebucht. „Doch was kommt dann?“, sorgt sich der Arbeitgeber von rund 180 Mitarbeitern, die in 13 Salons sowie der Zentrale arbeiten. Am liebsten wäre ihm, wenn die Regierung das Kurzarbeitergeld verlängern würde, bis der Umsatz steigt. „Alle Rücklagen, die wir für die Renovierung und Digitalisierung beiseitegelegt haben, sind durch die Krise weg. Und wer will sich in einer solchen Situation verschulden?“ Er klagt über die gestiegenen Kosten und die Maßnahmen. „Unsere Kunden zahlen drei Euro mehr. Aber das deckt nicht den Preis der ständigen Desinfektion, des Handdesinfektionsgels, der Masken“, betont Jean-Marie Ferber. „Darüber hinaus haben wir rund ein Fünftel der Kunden verloren, die sich jetzt selbst frisieren oder andere Lösungen haben.“

Ferber unterstreicht, dass Friseure auch weiterhin Bärte und das Gesicht pflegen dürfen. „Unsere Barbiere tragen Masken und zusätzlich ein Visier, das laut den Regeln der Fédération fakultativ ist. Darüber hinaus tötet Seife das Virus ab.“ Egal, ob beim Barbier oder im Friseursalon: Wegen COVID-19 gibt es jetzt keine Zeitungen und keinen Kaffee mehr und Kunden werden gebeten, pünktlich zu sein. Froh, einen Termin zu haben, sind trotzdem alle. Cordelia Chaton

Es gibt viele verschiedene Arten von Instruktionen für die Kunden   Fotos: clk - Lëtzebuerger Journal
Es gibt viele verschiedene Arten von Instruktionen für die Kunden Fotos: clk

„Schön, Sie wiederzusehen“, aber... - Eindrücke aus Geschäften im Bahnhofsviertel

Großen Andrang gab es gestern Mittag nicht in den Geschäften im Bahnhofsviertel. Obwohl der Verkehr im Vergleich zu den letzten Wochen deutlich dichter war, waren nur vereinzelt Kunden im Nicht-Lebensmittelhandel zu beobachten.

Für sie galt es zunächst, die Zugangsbedingungen zum Geschäft zu studieren, die manchmal ziemlich klein gedruckt sind. Die „Barrieregesten“ sind zwar überall groß im Blick - Regierung, Handelskammer und Berufsvereinigungen haben den Unternehmen entsprechendes Material zukommen lassen - aber es gibt unterschiedliche Regeln, was die zu wahrenden Distanzen zwischen den Kunden und zwischen Kunden und Personal anbelangt. Manchmal werden zwei Meter verlangt, dann wieder nur anderthalb Meter... Einige Geschäfte haben auf Basis ihrer Quadratmeterzahl ausgerechnet, wie viele Personen sich maximal auf ihren Verkaufsflächen aufhalten dürfen. Die großherzogliche Notstandsregelung lässt viel Interpretationsspielraum. Oft wird die Kundschaft gebeten, möglichst alleine zu kommen, sich auch nur eine halbe Stunde lang im Geschäft aufzuhalten und zudem nur die Ware anzufassen, die einen auch wirklich interessiert. Was etwa in Schuhgeschäften und Modeboutiquen natürlich leichter gesagt als getan ist.

In den allermeisten Geschäften steht Desinfektionsmittel bereit, in manchen ist der Kassenbereich sogar durch eine Plexiglasvorrichtung geschützt.

Wie fühlt man sich, am ersten Arbeitstag nach mehreren Wochen ohne Kundenkontakt? Sie sei auf jeden Fall froh, wieder zu starten, lächelt Samantha hinter ihrer Maske, als sie in ihrer Parfümerie mit einem Desinfektionsspray in den behandschuhten Händen die Kasse säubert. Sie ist nicht die einzige, die erleichtert ist, dass sie wieder arbeiten darf. Der Kundenempfang mutet jedenfalls überall herzlicher an, als vor der Krise.

„Nous sommes ravis de vous retrouver!“, „Heureux de vous revoir“, „Ça fait du bien d‘être de retour“, steht auf großen Schildern in den Fenstern und in den Eingangsbereichen mancher Geschäften. Gleich unter den Grüßen: Hinweise auf saftige Rabatte.

Denn nun gilt es, die Kundschaft wieder aufzubauen. Ob das gelingt, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen, bestätigen Manager, die von schlimmen Umsatzeinbrüchen berichten. Die Zukunft werde nicht einfach. Kaum einer rechnet damit, dass man schnell wieder zum Vorkrisen-Geschäftsvolumen zurückkehren kann.CLK

Terrassen in den öffentlichen Raum

APPELL DER HORESCA

Die Horesca wartet ungeduldig auf grünes Licht für die Wiedereröffnung der Gastronomie. Gestern appellierte die Föderation der Hotel-, Restaurant- und Cafébetreiber, die bereits einen Leitfaden für ihre Mitglieder erstellt hat, erneut an die Regierung, um einen klaren Zeitplan für den Ausstieg aus dem „Lockdown“ zu erhalten. An die Gemeinden geht derweil der Appell, es zu gestatten, dass die Terrassen von Restaurants und Cafés in den öffentlichen Raum ausgedehnt werden können, um so die „Social Distancing“-Regeln besser zu ermöglichen und den Verkauf von Take-away-Gerichten organisatorisch zu erleichtern. Premier Bettel hatte vergangene Woche durchblicken lassen, die Wiedereröffnung der Branche ab dem 1. Juni zu gestatten,wenn es die Entwicklung der sanitären Lage zuließe.