Der erste Eindruck trügt. Die zierliche Nina hat es nämlich faustdick hintern den Ohren. Die 32-Jährige arbeitet schon seit 15 Jahren im Security-Bereich. Am Anfang arbeitete sie nur nebenbei immer mal wieder auf Veranstaltungen, bis sie diesen Job dann ganz für sich entdeckte.
Wie bist du eigentlich zu diesem doch sehr außergewöhnlichen Job gekommen?
Nina Eiserloh Ein sehr guter Freund von mir war Chef der Security Firma, wo ich jetzt noch arbeite. Er hat mich so lange genervt, bis ich endlich sagte, dass ich es versuchen will. Denn es mangelte ihm an Frauen in seiner Crew.
Und seitdem ist es dein Traumjob?
Eiserloh Ich hab einmal eine Auszeit genommen und in einem Sekretariat gearbeitet. Aber ich habe es so vermisst, keinen normalen Alltag zu leben, dass ich wieder zurück zum Abenteuer wollte.
Was magst du an deinem Job?
Eiserloh Dass es mir nie langweilig wird, ich immer mit vielen Leuten zu tun habe und auch viele nette Leute kennenlerne.
Es ist bestimmt aber auch nicht immer einfach?
Eiserloh Nein, je später der Abend, desto frecher werden die Gäste. Aber da muss man einfach einen breiten Rücken haben, und den habe ich.
Das heißt, die Leute werden öfters frech?
Eiserloh Ja und aggressiv, vor allem wenn zu viel Alkohol im Spiel ist, dann muss ich schon mal eingreifen und bekomme dann mal selbst einen Schlag ab, das ist dann so.
Hast du nie Angst?
Eiserloh Nein, dann wäre ich falsch am Platz in diesem Job, ich sage mir immer wenn deine Zeit gekommen ist, dann kannst du sowieso nichts tun.
Was muss man tun, um bei der Security zu arbeiten?
Eiserloh In Deutschland gibt es extra Kurse dafür, die habe ich alle besucht. Man sollte sich auch verteidigen können, das ist sehr wichtig. Ich habe jahrelang Kampfsport betrieben, was mir sehr viel geholfen hat.
Warum arbeiten so wenige Frauen in dieser Branche?
Eiserloh Es ist halt eine Männerdomäne, das macht vielen Frauen Angst.
Stört es dich nicht, immer am Wochenende arbeiten zu müssen?
Eiserloh Nein, daran bin ich gewöhnt, ich arbeite immer, wenn andere feiern, ich könnte nicht mal mehr dann feiern. Das ist die Berufskrankheit.
Haben die Leute denn weniger Respekt vor dir als vor Männern?
Eiserloh Nein, ich weiß ganz genau, wie ich mir Respekt verschaffte. Als Führungskraft werde ich auch von Männern aus der Branche respektiert.
Du stehst öfters an Eingängen von Backstage-Bereichen, da erlebst du bestimmt so einiges?
Eiserloh Oh ja, vor allem die Mädels, die mir immer irgendwelche Geschichten erzählen, um hineingelassen zu werden. Vor allem bei Rock am Ring ist das schon echt witzig. Aber an mir kommt niemand vorbei, der nicht vorbeikommensoll.
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