LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Die Landwirtschaft blieb auch 2016 unter starkem Druck

Nicht nur der Weinbau, die gesamte Luxemburger Landwirtschaft erlebte 2016 schwierige Zeiten. Die Abhängigkeit der Landwirtschaft von der Natur war in diesem Jahr wieder deutlich sichtbar.

2016 hatte die Luxemburger Landwirtschaft mit viel Regen und Feuchtigkeit zu kämpfen, was unter anderem zu Getreidekrankheiten führte.

Das Wetter war zu Beginn der Ernte sehr unbeständig, der größte Teil konnte jedoch unter normalen Bedingungen geerntet werden. Die Erträge wurden als sehr heterogen eingestuft, lagen aber bei allen Kulturen im Durchschnitt unter dem langjährigen Mittelwert. Speziell die Wintergerstenerträge verzeichneten deutliche Einbrüche.

In Sachen Qualität war das Ergebnis - im Gegensatz zum Wein - auch nicht besser. Bei Triticale, Roggen verschiedener A und B- Weizensorten, wurde so genannter „Auswuchs“ festgestellt. In einzelnen Partien waren Fusarien (Getreidepilze) vorhanden, wurden aber ausgesondert.

Die Preise lagen im Mittel etwa zehn bis 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau und damit auf dem Niveau der vergangenen drei Jahre. Der Preis für Wintergerste ist mit rund 20 Prozent noch stärker gefallen.

„Die Situation ist nicht gut“

Experten hatten das Ergebnis schon Wochen vorher genau so erwartet: Josiane Willems, Direktorin der Bauernzentrale, formulierte es noch zurückhaltend. „Die Situation ist nicht gut“. Insgesamt könne man beim Getreide nur sagen: Die Lage ist schlecht.

Klaus Palzkill von „Versis“, einem Tochterunternehmen der „De Verband“-Gruppe, meinte zum selben Zeitpunkt dem „Journal“ gegenüber, dass die Verluste von Kultur zu Kultur variieren. Besonders hart getroffen habe es den Winterraps. Die Qualität der bei „Versis“ angelieferten Wintergerste sei „katastrophal“, die Körner seien klein und ihr Gewicht sehr gering.