LONDON/LUXEMBURG
MM

Auch Blackstone soll sich für Luxemburg ausgesprochen haben

Der große US-Versicherer AIG hatte unlängst angekündigt, wegen des Ausscheidens von Großbritannien aus der EU ein Standbein für die EU-Geschäfte in Luxemburg aufzubauen. Aus einem am Montag von der Nachrichtenagentur Reuters publizierten Beitrag geht hervor, dass auch der US-Finanzkonzern Blackstone die Absicht hat, seine EU-Niederlassung wegen des „Brexit“-Votums in Luxemburg zu errichten.

Blackstone habe ihnen die Entscheidung bereits im Dezember mitgeteilt, zitiert Reuters den Chef der Agentur „Luxembourg for Finance“, Nicolas Mackel. Die Namen der anderen Firmen, die ihre Entscheidung zugunsten Luxemburg getroffen haben, könne er noch nicht verraten, weil diese ihre Entscheidungen noch nicht öffentlich gemacht hätten. Bislang ist der Europahautsitz von Blackstone London

Derzeit läuft ein Wettbewerb um Banken, Versicherungen und Finanzunternehmen, die einen Marktzugang zur EU behalten wollen, zwischen Städten wie Frankfurt, Paris oder Dublin. Gerade Irland könnte wegen sprachlicher und räumlicher Nähe am Ende ein großer Gewinner sein. Irland hat zuletzt, wie aus Daten des europäischen Fondsverbands Efama hervorgeht, Boden im Fondsgeschäft gegenüber dem führenden Europastandort Luxemburg gutgemacht.

Da ein „harter Brexit“ wahrscheinlich ist, arbeiten viele britische Unternehmen derzeit daran, ihren Marktzutritt zur EU nicht zu verlieren.

Finanzunternehmen konnten bislang vom sogenannten EU-Pass profitieren, der beispielsweise britischen Fonds die Distribution in ganz Europa erlaubte. Damit soll es mit dem Brexit vorbei sein.

Lloyd’s of London, die weltgrößte Versicherungsbörse, will bis Ende März entscheiden, wo sie ihren EU-Sitz einrichtet. Luxemburg gehört zu einer der Optionen.