LUXEMBURG
MARCO MENG

Intelsat machte 2017 Verluste

Das Satellitengeschäft wird härter. Das zumindest verraten die Bilanzen der großen Satellitenbetreiber.

SES enttäuschte unlängst die Anleger, denn die Dividende soll für 2017 um 40 Prozent auf 0,80 pro Aktie sinken. Die Bilanz für 2017 spricht von einem Umsatz- und Gewinnrückgang. Der Umsatz sank um 1,6 Prozent auf 2.035 Millionen Euro, das Ergebnis nach Steuern ging auf 596,1 Millionen Euro zurück.

Sinkende Aktienkurse

Die Aktie hat in den letzten drei Jahren 63 Prozent an Wert verloren. Im gleichen Zeitraum ist auch der Aktienkurs des zweitgrößten Satellitenbetreiber Intelsat um 78 Prozent zurückgegangen. Das Unternehmen, das ebenfalls in Luxemburg seinen Konzernsitz hat, aber von den USA aus gelenkt wird, legte gestern seine Zahlen für 2017 vor. Bruttoergebnis wie operatives Ergebnis sind gesunken. 2016 war es ein Nettogewinn von 990 Millionen US-Dollar, das Jahr 2017 wurde bei einem Jahresumsatz von 2,15 Milliarden Dollar und einem Vorsteuergewinn von 1,6 Milliarden Dollar mit einem Nettoverlust von 179 Millionen Dollar (146 Millionen Euro) abgeschlossen. Allerdings ist ähnlich wie bei SES auch bei Intelsat der Auftragsbestand mit 7,8 Milliarden Dollar hoch. Der Prognose von Intelsat nach soll der Umsatz 2018 zwischen 2,06 und 2,11 Milliarden Dollar liegen und das EBITDA-Ergebnis zwischen 1,56 und 1,61 Milliarden Dollar betragen. „Wir werden die sich bietenden Möglichkeiten für unser Unternehmen erweitern und neue Einnahmequellen schaffen, um das Wachstum zu unterstützen, sagte Intelsat-Chef Stephen Spengler.

Der Dritte im Bunde ist Eutelsat. Der Aktienkurs auch dieses Wettbewerbers ist in den letzten drei Jahren um 25 Prozent gesunken. Bei Eutelsat, die am 16. Februar ihr Halbjahresergebnis 2017/2018 vorlegten, war der Umsatz um 7,7 Prozent auf 696,7 Millionen Euro gesunken.

Das Bruttoergebnis lag bei 544,6 Millionen Euro, 7,4 Prozent niedriger als 2016. Der Auftragsbestand beträgt bei Eutelsat 4,7 Milliarden Euro. SES erhofft sich einen Gewinnschub unter anderem mit dem Zukauf von O3B, der sich laut Voraussage 2018/2019 zeigen soll, wenn alle O3b-Satelliten im All sind und arbeiten. Vier dieser Satelliten warten derzeit im Raumfahrtzentrum Guayana bei Kourou darauf, im März von dort mit einer Sojus-Rakete in den Weltraum zu starten.

Das kostenintensive Satellitengeschäft wurde in den letzten Jahren von zahlreichen neuen Firmen erschwert, die vor allem mit kleinen Satelliten auf den Markt drängten. Einer davon war Google. Doch der Internetgigant verkaufte seine Satellitenfirma Skyboy/Terra Bella inzwischen an Planet Labs.