LUXEMBURG
INGO ZWANK

Den eigenen Konsum hinterfragen: Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“ vorgestellt

Alkohol ist bei uns gesellschaftsfähig - und auch ein Problem innerhalb der Gesellschaft: Vom 13. bis zum 21. Mai 2017 findet in Luxemburg die erste Ausgabe der Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“ statt, um auf Alkoholmissbrauch aufmerksam zu machen. Das Schwerpunktthema der Aktionswoche lautet: „Kein Alkohol unterwegs!“. Wer alkoholisiert mit dem Auto oder Fahrrad unterwegs ist, gefährdet nicht nur sich, sondern auch andere, so der Tenor. Um die Aktionswoche im Detail vorzustellen und mögliche Partnerverbände, Sport- und Jugendvereine oder andere Freiwillige zur Beteiligung aufzurufen, hatten Gesundheitsministerin Lydia Mutsch, Nachhaltigkeitsminister François Bausch und Paul Hammelmann, Präsident von der Sécurité Routière, zu einer gemeinsamen Pressekonferenz eingeladen. Anlässlich des Treffens der deutschsprachigen Gesundheitsminister in Luxemburg im August 2016 beim sogenannten Gesundheitsquintett wurde im Zusammenhang mit den Diskussionen zur Prävention und Bekämpfung von Sucht festgehalten, eine gemeinsame Aktionswoche für weniger Alkohol als präventive Maßnahme zu organisieren, wie Mutsch die Idee von Luxemburg, sich hier zu beteiligen, beschrieb. Ziel der Aktionswoche ist es somit, „die Menschen mit persönlicher Ansprache in ihren unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsbereichen zu erreichen“, sagte Mutsch.

Aktionswoche ist eine Präventionskampagne

Die Aktionswoche ist als Präventionskampagne anzusehen, die für Freiwilligkeit und Ehrenamt, Bürgerbeteiligung und Selbsthilfe steht. Alle, die Alkohol trinken - also 90 Prozent der Bevölkerung - sollen angeregt werden, ihr Trinkverhalten einzuschätzen und zu prüfen, ob der eigene Konsum von Bier, Wein und Schnaps gesundheitsverträglich ist. „Denn Alkoholkonsum ist in Luxemburg weit verbreitet und stellt ein immer größeres Problem dar“, sagte Mutsch. Man könne sagen, dass in Luxemburg 30.000 Menschen eine Störung durch Alkohol haben, davon 4.000 bis 5.000 mit einer schweren Abhängigkeit.

Auch Bausch lobte die Aktion mit Blick auf die Verkehrssicherheit, da Alkohol neben überhöhter Geschwindigkeit immer noch eine Ursache für tödliche oder schwere Unfälle sei. „Bei jungen Leuten zwischen 25 und 34 Jahren ist dies mit Blick auf den Alkohol zu über 30 Prozent der Fall.“ „Und voll sein ist da nicht unbedingt cool“, ergänzte Mutsch.

Hammelmann bedankte sich, dass die Sécurité Routière zu dieser Thematik mit ins Boot genommen wurde. Er bekräftigte, dass sich die Problematik Alkohol im Verkehr langsam in der Gesellschaft verankere. „Doch wir wissen, wenn man nicht mehr Fahren muss oder mit dem Bus fährt, dass sich manche dann besonders dem Alkohol zugewandt fühlen.“ Und genau da setze ja nun auch die Kampagne an.

Die Kampagne baue in erster Linie auf Bürgerengagement und Selbsthilfe. „Das Herzstück bilden demnach die Freiwilligen, die die Kernaussagen der Aktionswoche verbreiten“, sagte Mutsch. Womit sich die Veranstalter an alle wenden, die Alkohol trinken, „das sind, wie gesagt, 90 Prozent der Bevölkerung“, sagte Mutsch.

„Die Aktionswoche findet in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) statt, die seit 2009 die Aktionswoche in Deutschland organisiert“, erklärte Mutsch.

„Wir wollen natürlich, dass die Leute unsere Botschaft verstehen.“ Es gehe nicht darum, den Alkohol absolut zu verteufeln, sondern darum, „vor allem sein eigenes Konsumverhalten zu hinterfragen.“ Daher auch der Hinweis von Bausch, dass Alkohol im Verkehr eben kein Kavaliersdelikt mehr sei.

Während der Pressekonferenz wurde auch das Informations-Material zur Aktionswoche, welches den Veranstaltern gratis zur Verfügung gestellt wird, vorgestellt - darunter auch ein „Selbsttest zum Alkoholkonsum“. In Fußgängerzonen, in Einkaufspassagen, in der Schule oder auch am Arbeitsplatz soll damit aufgeklärt werden.

Veranstalter, die interessiert sind, sich an der Aktionswoche zu beteiligen, können sich bis zum 5. Mai über die Homepage der Aktionswoche www.aktionswoche-alkohol.lu anmelden. Sie erhalten dann gratis Informationsmaterial zu Verfügung. Die Internetseite ist auch die zentrale Plattform für die, die mehr über den Alkoholkonsum wissen wollen.