LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„Ray & Liz“ gewinnt „Grand Prix by Orange“ beim neunten „Luxembourg City Film Festival“

Nachdem die ersten Filme der neunten Ausgabe des Luxembourg City Film Festivals (LuxFilmFest) sehr schwach waren, konnte sich bis zur Preisverleihung kein Film einschleichen, der das Niveau gesteigert hätte. Insbesondere enttäuschte die luxemburgische Produktion „Péitruss“ von Max Jacoby. Auch Koproduktionen, wie „Flatland“ von Jenna Cato Bass, eine Koproduktion mit Südafrika, oder „Angelo“ (Amour Fou) von Markus Schleinzer konnten nicht überzeugen. „Invisible Sue“ von Markus Dietrich war auf die Welt der Kinder zugeschnitten, während sich Adolf El Assal mit „Sawah“ bemühte, die Zuschauer zum Lachen zu bringen. Von den zwei letzten Filme des offiziellen Spielfilm-Wettbewerb erzählte „The Man Who Surprised Everyone“ von Natalya Merkulova und Alexey Chupov zumindest eine originelle Geschichte, während „Der Boden unter den Füßen“ von Marie Kreutzer viele Antworten die Hauptfigur Lola (Valerie Pachner) betreffend schuldig blieb.

Mehrere Gewinner-Filme

Die Preisüberreichung begann mit einem Ehrenpreis des Festivals für den britischen Regisseur Mike Leigh („Naked“, „Secret and Lies“). Der mauretanische Regisseur Abderrahmane Sissako („Timbuktu“) überreichte diesen Preis. Der Preis der Filmkritiker wurde an „The Realm“ (El Reino) von Rodrigo Sorogoyen vergeben, während das Publikum „Les oiseaux de passage“ von Cristina Gallego und Ciro Guerra bevorzugte. Der Lieblingsfilm der Jury Jeune war „Styx“ von Wolfgang Fischer. Der Film wurde von der österreichischen Filiale von „Amour Fou“ mitproduziert, und so waren es die Produzenten Alexander Dumreicher-Ivanceanu und Bady Minck, die den Preis in Empfang nahmen.

Dem italienischen Regisseur Agostino Ferrente wurde der Preis des besten Dokumentarfilms für seinen Film „Selfie“ von der Bürgermeisterin der Stadt Luxemburg Lydie Polfer überreicht. Am Schluss der Zeremonie konnte Regisseur Richard Billingham den Hauptpreis, den „Grand Prix by Orange“, aus den Händen von Kulturministerin Sam Tanson und Pauline Hirsch von Orange entgegennehmen. Sein Film „Ray & Liz“ erzählt die langweilige Geschichte einer britischen Messi-Familie, der ebenfalls viele Erklärungen schuldig bleibt. Irgendwie ist es unverständlich, dass dieser Film das Interesse der Hauptjury erweckte, da es einer der schlechtesten Filme aus dem Wettbewerb war. Im Anschluss an die Preisverleihung wurde die Samsa-Film-Koproduktion „Tel Aviv On Fire“ von Sameh Zoabi gezeigt. Diese Koproduktion mit Israel, Belgien und Frankreich kam unterschiedlich bei den Zuschauern an. Die seichte Komödie erzählt, wie sich Salam (Kais Nashif), der neue Drehbuchschreiber einer TV-Serie, Inspiration bei seinen Freunden und seiner Familie und speziell beim israelischen Grenzoffizier Assi (Yaniv Biton) holt. Gestern endete die neunte Ausgabe mit „The Beach Bum“ von Harmony Korine, ein Film, der demnächst im normalen Kinoprogramm starten wird. Eine erste Bilanz, die Festivalchef Alexis Juncosa bei der Preiszeremonie zog, geht von 18.600 Zuschauern in den Kinosälen aus, eine Steigerung von etwa 20 Prozent gegenüber 2018. Was man sich Sensationelles für die Jubiläumsausgabe des „LuxFilmFest“ 2020 ausgedacht hat, war jedoch nicht zu erfahren.

Alle Gewinnerfilme

Grand Prix by Orange „Ray & Liz“ von Richard Billingham

Spezialerwähnung für „The Man Who Surprised Everyone“ von Natasha Merkulova und Aleksey Chupov

Documentary Award by Bgl Bnp Paribas „Selfie“ von Agostino Ferrente

Publikumspreis „Les oiseaux de passage“ (Pájaros de Verano) von Cristina Gallego und Ciro Guerra

Kritikerpreis „The Realm“ (El Reino) von Rodrigo Sorogoyen

Spezialerwähnung für „Les oiseaux de passage“

Youth Jury Award - by Kinepolis „Styx“ von Wolfgang Fischer

Spezialerwähnung für „Firecrackers“ von Jasmin Mozaffari

Schülerjury-Preis „Das schweigende Klassenzimmer“ von Lars Kraume

Kinderjury-Preis „Matti und Sami und die drei größten Fehler des Universums“ von Stefan Westerwelle

„Coup de Coeur“ der Kinder „Dikkertje Dap“ (My Giraffe) von Barbara Bredero