CLAUDE KARGER

„Man arbeitet um zu leben, man lebt nicht um zu arbeiten“, belehrte jüngst der LCGB-General die „Wort“-Plauscherin vom Dienst, die dann auch flugs titelte „Hauptsache Wochenende“. Überhaupt gibt es beim sozialprogressiven Realisten so einige Hauptsachen. Also: „Einheitsgewerkschaft oder Gewerkschaftspluralismus?“ - „Natürlich Gewerkschaftpluralismus“, sagt der Mann, der offensichtlich besser mit Juncker und Castegnaro konnte. „‚Belsch Plaasch‘ oder Côte d’Azur?“ - „Hauptsache Urlaub“. „Bauch- oder Kopfmensch?“ - „Eher ein Bauchmensch, der aber versucht, wie Kopfmensch zu handeln“. Wie oft das schief geht, dazu hakte das „Wort“ nicht nach, das auch einen anderen Kopfmenschen zu Gast hatte: Ex-Generalvikar, Ex-Priester, Kurienkrankheiten-Diagnostiker und Moralfabrik-Besitzer Erny Gillen, der sich mit seinem neuen Werk „Gesund geführt im Krankenhaus - Die Papst Franziskus-Formel“ aus seinem Bostoner „Sabbatjahr“ zurück meldet. Was klingt wie „Das Jesus-Video“ oder „Der Da Vinci-Code“, beinhaltet allerdings keine Zauberformeln. Eher eine „Bewegungsformel“: „Die Zeit ist mehr wert als der Raum. Die Einheit, wiegt mehr als der Konflikt. Die Wirklichkeit ist wichtiger als die Idee. Das Ganze ist dem Teil übergeordnet“. Hm. Naja, Hauptsache es hilft.