LUXEMBURG
JACQUELINE KIMMER

„Stater Mobilitéitsdag“ zum Auftakt des gratis öffentlichen Transports

Ab dem 1. März wird der öffentliche Transport im Großherzogtum gratis sein. Die Stadt Luxemburg will das mit einen „Mobilitéitsdag“ am kommenden Sonntag feiern, wie Bürgermeisterin Lydie Polfer und der für die Mobilität verantwortliche Schöffe Patrick Goldschmidt gestern im Rahmen des „City Breakfast“ mitteilten.

Zwischen 11.00 und 16.00 werden Informationen und Aktivitäten rund um das Thema Mobilität in der Hauptstadt geboten werden. So soll eine große Rallye im Busdienst der Stadt Luxemburg in Hollerich organisiert werden. Am kommenden Sonntag wird auch die neue Niederlassung des„Info Bus“ an der „Plëss“ im ehemaligen „Kanner Elteren Center“ eingeweiht werden. Wie Bürgermeisterin Polfer unterstrich, transportieren die AVL-Busse jährlich um die 40 Millionen Personen. Die Stadt hat in diesem Zusammenhang große Anstrengungen gemacht, wie Polfer berichtete.

Mit der Einführung des gratis öffentlichen Transports erhofft sich die Rednerin, dass sich die Gewohnheiten der Menschen ändern. Sind die Busse zu den Spitzenstunden mehr als voll, gibt es tagsüber noch „eng enorm Disponibilitéit“, sagte Polfer. Mit dem „Mobilitéitsdag“ will die Stadt Luxemburg unter anderem dazu beitragen, einen Mentalitätswandel herbeizuführen. Viel bewirken könnte in diesem Zusammenhang beispielsweise eine Verlegung der Bürozeiten oder ein verstärkter Rückgriff auf „Télétravail“, meinte die Bürgermeisterin.

Schöffe Goldschmidt seinerseits unterstrich, dass der täglich von 7.00 bis 24.00 verkehrende „Rollibus“ ab dem kommenden 1. März gratis sein wird. Der Dienst „Call a bus“ gilt künftig für Senioren ab 70. Er verkehrt von montags bis samstags von 9.00 bis 24.00 und bleibt gebührenpflichtig. Für die beiden Busdienste muss man sich künftig 45 Minuten im Voraus anmelden. Weitere Informationen finden Interessierte unter bus.vdl.lu und „Stater Mobilitéitsdag“.

Verlegung der Bushaltestelle 102/103 am Bahnhof

In Sachen Mobilität wurde gestern auch darauf hingewiesen, dass am kommenden Montag, dem 2. März die Bushaltestelle 102/103 am hauptstädtischen Bahnhof, derzeit zwischen der Rue Joseph Junck und der Rue d’Epernay gelegen, vor die Gebäude 16-18 der Place de la Gare (gegenüber dem AVL-Busbahnhof) verlegt wird. Die Fahrzeiten ändern sich nicht, wurde gestern weiter unterstrichen.

Ab März sollen auch zwei Baustellen im Stadtzentrum in Angriff genommen werden, wie Schöffe Serge Wilmes mitteilte. So soll ein neuer Belag in der Avenue Monterey, von der „Plëss“ bis zur Rue Philippe II, verlegt werden. Diese Arbeiten sollen im kommenden Sommer abgeschlossen sein. Weiter werden von März 2020 bis Juli 2021 Infrastrukturarbeiten in der Rue Louvigny durchgeführt werden. Alle Geschäfte, wie Wilmes sagte, werden zugänglich bleiben.

Für die anstehende Frühjahrsmesse „Springbreak“ hat die Stadt Luxemburg bekanntlich Ausstellungsflächen im Kirchberger Messezentrum angemietet, um sie 50 Geschäftsleuten gratis zur Verfügung zu stellen. Bislang haben sich hierfür 29 Geschäfte angemeldet. Für die jeweils am ersten Sonntag der Monate April bis Oktober stattfindenden Trödelmärkte können sich Privatpersonen nun anmelden. Weiter Informationen finden Interessierte unter www.vdl.lu.

Was nun die in diesem Jahr zum 20. Mal organisierte „Fête de la musiqe“, die am Freitag, dem 19. Juni stattfindet, betrifft, so können bis zum 15. März Vorschläge beim „Service Espace public, fêtes et marchés“ der Stadt Luxemburg eingereicht werden, um so ein „flottes Programm“ für die „Fêtes de la musique“ anzubieten.

„Wunnquartier Stade“ - wie es weitergeht

Zum „Wunnquartier Stade“, wo die sieben vorläufig zurückbehaltenen Projekte bis vor etlichen Tagen im Rathaus am „Knuelder“ ausgestellt waren, wusste Bürgermeisterin Polfer gestern zu berichten, dass diese Ausstellung von 612 Personen besucht wurde, die alles in allem 426 Formulare mit Anmerkungen zu den verschiedenen Vorhaben ausgefüllt haben. Auch gingen bei der Stadtverwaltung sieben Briefe mit Kritikpunkten zu den ausgestellten Projekten ein. Zu jedem Vorhaben wurden 50 bis 70 Anmerkungen vorgebracht, sagte die Bürgermeisterin. Am 16. und 17. März wollen die Stadtverantwortlichen sich nun mit den sieben Projektmannschaften treffen, um ihnen die Meinungsäußerungen der Bürger auszuhändigen.

Bis zum 17. Juni müssen sie dann ihre Projekte überarbeiten. Die überarbeiteten Pläne sollen dann am 29. Juni in einer Versammlung der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Anschließend wird eine weitere Ausstellung mit den überarbeiteten Projekten veranstaltet . Bis zum 29. Oktober, wie Polfer sagte, müssen dann alle Pläne definitiv ausgearbeitet sein. Die sieben Projektmannschaften müssen alle nun mit einem „Landschaftsplaner“, einem Energie-Experten, einem Mobilitätsexperten und einem „Stadtplaner“ zusammenarbeiten, hielt die Rednerin fest.

Die Stadt Luxemburg will bekanntlich mit dem „Wunnquartier Stade“ ein Wohnviertel schaffen, „das sich gut in das bestehende Viertel an der Arloner Straße einfügt“. Was den Zeitpunkt der Verwirklichung betrifft, so soll dieses Wohnviertel in mehreren Etappen fertiggestellt werden. Während der Hygienedienst der Stadt Luxemburg „mindestens noch vier Jahre an der Arloner Straße bleibt, wird das Grundstück, auf dem die hauptstädtische Feuerwehrkaserne steht, Ende des laufenden Jahres frei“, sagte Polfer. Auch das „Stade Josy Barthel“ bleibt noch bestehen, wird doch noch immer nach einer Lösung für die Leichtathleten gesucht, hieß es weiter.