LUXEMBURG
SVEN WOHL

„Omega 90“ präsentierte die Bilanz 2018 mit Fokus auf palliative Pflege, „Omega Haus“ und nationalen Entwicklungen

Licht durchströmt den Flur. Aufenthaltsräume, Zimmer und der bunte Garten bieten viel Platz und laden zum Verweilen ein. Aus einem der Zimmer dringt die Musik der ersten Welt aus dem Original-„Super Mario Bros.“ für die NES-Spielekonsole. Nichts von dem hätte man auf Anhieb mit einem Haus, in dem Menschen ihre letzte Zeit verbringen, in Verbindung gebracht. Doch jedes dieser Elemente unterstrich, worum es „Omega 90“ in dieser Struktur geht: „Es geht darum, Lebensqualität zu erhalten“, erklärte Roger Molitor, Präsident der Organisation, bei der gestrigen Pressekonferenz.

Großer Bedarf

Dass dies nur möglich ist, weil man auf so viele Freiwillige zurückgreifen kann, wurde mehrmals klar. Bei der Vorstellung der Bilanz für das Jahr 2018 sparte man nicht mit Zahlen. 125 Patienten, deren Krankheit nicht mehr heilbar ist, wohnen im Haus Omega. Die Zimmer verzeichneten 2018 eine Auslastung von 87,45 Prozent. Der durchschnittliche Aufenthalt dauerte 31,56 Tage an. 8.404 Arbeitsstunden wurden von Freiwilligen geleistet. 3.614 Begleitsessions wurden durch den „Service Consultation“ geleistet. Ihre Aufgabe beschränkt sich nicht nur auf die Begleitung der Patienten, sondern auch des Umfeldes. Der Direktorin des Omega-Haus war es wichtig, ein Kernelement der Philosophie der Organisation zu betonen: Jeder soll dort sterben können, wo er oder sie gelebt hat. Und jeder habe ein Recht darauf, mit Hilfe einer adäquaten Pflege, sein Lebensende mit einer hohen Lebensqualität zu begehen.

Damit ist eindeutig der Bedarf einer aktiven Begleitung am Lebensende bewiesen. Dass man diesen direkt angehen möchte, beweise man auch seitens der aktuellen Regierung. Im Koalitionsvertrag sei festgehalten, dass man einen nationalen Plan für palliative Pflege aufbauen möchte. Als Mitglied der neuen nationalen Plattform für Palliativpflege, freut man sich seitens Omega 90 mit eigenem Tatendrang und Erfahrungsschatz, der in 29 Jahren angesammelt wurde, diesen mitzugestalten. Christine Dahm, Direktorin des Omega Haus, unterstrich, dass man Teil dieses Prozesses sein möchte.

In den Jahren 2017 und 2018 hat die Organisation zusätzlich eine Untersuchung durchgeführt, deren Resultate man nun analysiert. Hier hat man mit zahlreichen Experten unterschiedlicher Berufsbilder und Dienstleistern gesprochen. Dies, um die zukünftige Entwicklung der Palliativpflege entlang der Bedürfnisse zu gestalten. Damit hätte man eine solide Grundlage, um sich an die Regierung wenden zu können und die Entwicklung der Palliativpflege voranzutreiben.

Einen kompletten Überblick kann

man sich im Jahresbericht verschaffen,

der in digitaler Form auf

www.omega90.lu zu finden ist