LUXEMBURGLIZ MIKOS MIT DPA

Sonnenbrand-Tattoos sind der neue Sommer Trend - Doch Hautärzte warnen vor Risiken

Dermatologen sind alarmiert, und das nicht ohne Grund. Der neue Sonnenbrand-Trend mag zwar für den ein oder anderen ganz cool aussehen, ist aber sehr riskant. Vor allem junge Leute sind von den Sonnen-Tattoos angetan. Sie legen sich Schablonen auf die Haut und lassen sich dann absichtlich von der Sonne verbrennen. Wer keine Schablonen benutzen möchte, cremt sich das gewünschte Motiv auf die Haut und lässt dann den Rest der Haut verbrennen. Hauptsache, das „Tattoo“ ist nachher zu sehen. Ist das Kunst oder krank?

Schmerzvoller und gefährlicher Trend

Ob Herzchen, das Batman-Symbol, Blümchen oder auch mal ausgefallenere Motive - die Leute lassen sich diesen Sommer keine Tattoos stechen, sondern von der Sonne einbrennen. Für die Ewigkeit sind diese „Tattoos“, die stolz im Internet präsentiert werden, aber mitnichten. Unter dem Hashtag #sunburnart (Sonnenbrand-Kunst) veröffentlichen zurzeit, vor allem junge Leute, solche Fotos von sich im Netz. Hautärzte warnen vor dem Phänomen.

Wer diesen Sommer den Strand entlang spazierte oder noch spazieren wird, wird den Trend sehr schnell erkennen. Laut Dermatologen gibt es immer mehr Menschen, die versuchen, sich über einen Sonnenbrand eine permanente Pigmentierung an der Haut zuzulegen.

Mittlerweile gibt es sogar Anbieter, wie beispielsweise „Funtantattoo“, die Schablonen über das Internet in Dutzende Länder verkaufen. Dass der Trend seine Schattenseiten hat, ist manchen scheinbar unklar. Was bei den meisten zählt, ist, dass es cool aussieht. Allerdings sind auch manche enttäuscht, wenn sie feststellen, dass diese „Tattoos“ nicht für die Ewigkeit sind.

Gefahren-Aufklärung

Wie gefährlich dieser Trend tatsächlich ist, ist den meisten - zu meiner Verwunderung - nicht bewusst. Es ist bekannt, dass heftiger Sonnenbrand Hautkrebs auslösen kann. Wie kommen die Leute darauf, dass ein „stylischer“ Sonnenbrand weniger gefährlich sein könnte? Laut Hautärzten ist das Problem, dass es im Rahmen von solchen kräftigen Sonnenbränden auch zu Mutationen an genetischen Sequenzen kommt, die für die Unterdrückung von Tumor-Reaktionen verantwortlich sind. Deswegen erhöhe jeder Sonnenbrand das Risiko für Hautkrebs. Auch ein Herzchen auf dem Bauch sei davon nicht ausgenommen.

Je nach Hauttyp, sind die Risiken natürlich noch höher. Das heißt aber nicht, dass jemand, mit einer dunkleren oder weniger empfindlichen Haut, dem Trend beruhigt folgen kann. Jeder soll sich, wenn er in die Sonne geht, vernünftig eincremen, ohne Schablonen zu benutzen.

Es besteht noch Hoffnung

Noch lange nicht jeder macht bei diesem Trend mit und es gibt durchaus Leute, denen die Risiken einer solchen Brandwunde bekannt sind. Auch auf Twitter, wo Fotos der Sonnenbrand-Tattoos kursieren, gibt es Häme. „Das ist nicht #sunburnart. Das ist Hautkrebs“. Für viele Leute ist es nicht nachvollziehbar, warum man sich grundlos solche Schmerzen zufügt, denn ein Sonnenbrand ist schließlich nie angenehm - egal welche Form er hat.


Tipps, wie man sich am besten vor übermäßiger UV-Strahlung schützt, gibt beispielsweise die „Fondation Cancer“ unter www.cancer.lu/de/sonne