CLAUDE KARGER

Das „Lëtzebuerger Land“ traut Propheten nicht über den Weg. Auch dem nicht, der Anfang der Woche mit einer „Offenbarung in der Luxexpo“ eine Zukunfts-„Roadmap“ für das Ländchen 3.0 aufzeichnete. „Rifkin redet nicht auf der Bühne, sondern davor. Wie ein neu-evangelischer Pastor schreitet er vor den Füssen von Ministern und VIPs hin und her, um seine Botschaft möglichst nah an die Prosumenten zu bringen, wie die Gläubigen seiner Konfession heißen“, schreibt die „Land“-Beobachterin, „irgendwann spricht er von einer „globalen Marke“ und er hat sich dermaßen in den Wahn geredet, dass er vergisst, dass sich sein Wirkungsbereich einstweilen auf die Erde beschränkt und bringt eine „interplanetare Verbindung“ ins Spiel. „Power to the People!“, sagt er noch. „Ja und den Marsmenschen auch!“, möchte man hinzufügen“. Außerirdisch! Wenn da die harte Luxemburger Realität die hochfliegenden Ideen nicht flugs auf den Boden der Tatsachen zurück holt. Hatte nicht CSV-Ehrenstaatsminister Jacques Santer einst gemeint, „Leute mit Visionen sollten zum Augenarzt gehen“? Allerdings wäre ohne Visionäre selbst das Ländchen nicht das, was es heute ist. Und wie meint ein anderer „Land“-Autor: „Man kann von der Studie halten was man will: Die Ideen darin liefern Anstöße für die sowieso nötige Debatte über Wirtschaft und Gesellschaft im Ringen gegen den Klimawandel“. Hallelujah!