HAMBURG
LIZ MIKOS

Seed to Tree brachte Hamburg zum Tanzen

Am Ostermontag ist Hamburg dem Charme der luxemburgischen Band Seed to Tree verfallen. Bescheiden wie immer und trotz Müdigkeit begeisterten die vier Jungs das Publikum mit ihrer Musik. Von Müdigkeit war auf der Bühne nichts zu sehen. Da erkannte man nur pure Leidenschaft zur Musik. Sänger und Gitarrist Georges Goerens erklärt im Gespräch mit dem „Lëtzebuerger Journal“: „Klar sind wir mittlerweile müde. Das war jetzt unser achtes Konzert in Folge. Was aber immer wieder schön ist, ist wie die Energie und das Adrenalin einen dann doch wieder packen, sobald es auf die Bühne geht.“ Und nicht nur die eigene Energie hat am Montag überzeugt, sondern auch die des Publikums. „Hamburg tanzte bisher am schönsten. Wirklich wahr!“, schwärmt die Band.

Heimlich und persönlich

Mit diesen Worten könnte man die Atmosphäre in etwa zusammenfassen. Die kleine Astra Stube in der Sternschanze bietet dem Publikum und der Band eine Location, die an ein Wohnzimmerkonzert erinnert. Mehrere Teppiche auf der Bühne, ein kleiner schnuckeliger Raum, Leute die friedlich tanzen und Bands, die ihren Auftritt sichtbar genießen.

Schon vor dem Konzert mischen sich die Jungs von Seed to Tree und auch die Vorband Walking On Rivers unter die Leute, treten ihnen auf Augenhöhe entgegen und lassen das Publikum deutlich spüren, dass es nur ein Ziel gibt: einen schönen Abend haben - gemeinsam. Und obschon zu Beginn ein bisschen Skepsis aufkam, ob es denn so werden würde, wie man sich das wünscht, so ist davon nach dem Konzert nichts mehr übriggeblieben.

„Das Ding ist: Du kommst hier an, und es sieht halt einfach klein aus, ein bisschen punkig und die Leute wissen wahrscheinlich erstmal gar nicht, was wir als Seed to Tree, oder auch Walking On Rivers, hier zu suchen haben, doch dann wird man einfach ab der ersten Sekunde so herzlich aufgenommen. Die Leute sind motiviert, tanzen durchgehend und singen teilweise sogar mit. Sowas ist einfach unfassbar schön. Und auch weil es so klein ist und der Saal dadurch recht schnell voll wird, hatte das Konzert irgendwie was Magisches,“ erzählt uns Drummer Michi Mentgen. „Ich finde ja auch tatsächlich, dass wir in kleineren Sälen generell meistens die besten Konzerte spielen,“ fügt Georges Goerens hinzu.

Vom Tanzverbot zum Tanzkonzert

Am Osterwochenende aufzutreten, bot für die Band natürlich ein gewisses Risiko, da man nie weiß, ob die Leute an den Festtagen zwischen den Familienfeten noch Zeit für ein Konzert mit einplanen. Deshalb war das natürlich auch an Ostermontag ein Thema für die Jungs, wie Benjamin Heidrich verrät: „Wir hatten unsere Erwartungen ehrlich gesagt ein bisschen runtergeschraubt wegen Ostern, aber die Leute sind trotzdem gekommen. Sogar am Freitag in Marburg hatten wir trotz Tanzverbot den Raum voll. Sowas freut einen dann natürlich umso mehr.“ Tatsächlich gaben die Jungs am Freitag ein Sitzkonzert wegen des deutschen Tanzverbots, was die Atmosphäre aber wohl umso magischer erscheinen ließ.

Vom Tanzverbot war in Hamburgs Astra Stube allerdings nichts mehr zu spüren. Hier wippten die Leute von Anfang an mit und tanzten von Song zu Song immer mehr und gaben sich der Musik hin, wie man das eigentlich auch in Luxemburg von Seed to Tree-Konzerten kennt. Sowohl die Jungs als auch die Konzertgänger hatten auf jeden Fall sichtbar Spaß und ließen es sich nicht nehmen auch nach der Show noch ein wenig miteinander zu quatschen und weiterzufeiern. Zu Recht beschreiben die Jungs ihre Stimmung nach dem Konzert mit folgendem Emoji: :D

So wie die Leute die vierköpfige Band aus Luxemburg aufgenommen haben, wird es wohl mit Sicherheit nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Seed to Tree die Hansestadt zum Tanzen gebracht hat.