NIEDERANVEN
PATRICK VERSALL

Das Kulturhaus Niederanven liefert Kunst (fast) frei Haus

Wie bindet ein Kulturhaus, das nur ein paar wenige Kilometer vor den Toren der Hauptstadt liegt, sprich in direkter Nachbarschaft des breitesten kulturellen Angebots das Landes, das Publikum an sich? Indem es sich inhaltlich merklich vom Angebot der Theater- oder Konzerthäuser auf dem Gebiet der größten Stadt des Landes abhebt. Das gelingt dem Kulturhaus Niederanven (KHN) jedoch nur bedingt. Blättert man durch die neue Programmbroschüre, die bereits Anfang der vergangenen Woche an die Haushalte in Niederanven und in den Nachbargemeinden wie Junglinster oder Contern verteilt wurde, so trifft man zahlreiche alte Bekannte an, die mit ihren Produktionen auch in anderen Häusern im Laufe des Jahres zu sehen sind.

In Niederanven ist man sich durchaus der Konkurrenz bewusst, die vor der Haustür lauert: Man möchte auch in der kommenden Spielzeit weiterhin die Trumpfkarte der Regionalität ausspielen, dem kulturinteressierten Publikum die Kunst vor die Haustür bringen. Oder Künstlern aus der Region eine Plattform bieten. Man versuche, so Stephanie Neiers vom KHN, interessante Theaterproduktionen nach Niederanven zu holen. Dass nur wenige Produktionen – ob Theater oder Musik- den Stempel der Exklusivität tragen, stört in Niederanven niemanden.

Entsicherte Wunderwaffen

Wieso soll man auch mit dem Auto in die Hauptstadt fahren, wenn man alles vor der Haustür aufgetischt bekommt? So ganz ohne exklusiven thematischen Farbkleks kommt auch die KHN-Spielzeit nicht aus. Die „Wunderwaffe“ der Niederanvener, ein Publikumsmagnet schlechthin, heißt Luc Spada: Der Autor und Sprachkünstler hält dem Haus seit nunmehr drei Jahren die Treue, kehrt pro Spielzeit immer mehrmals an die Spielstätte zurück. Sei es mit seinen Poetry Slam- Abenden, den Spoken Work-Werkstätten für das junge Publikum oder seiner Valentinstag-Liebeshow für alle Verliebte und Entliebte.

Neuland betrat das Haus in diesem Sommer mit einem Freilicht-Kurzfilm-Abend für Erwachsene und einem Short-Movie-Nachmittag für Kinder, beides fand im Garten des KHN statt. Die Idee, dieses Konzept in der kalten Jahreszeit ins Innere des Hauses zu verlegen, wurde auf Eis gelegt. Kurzfilme werde es allerdings wieder im Sommer geben, so Stephanie Neiers.

Bis September konnte das KHN übrigens über 6.100 Besucher zählen.

Alles zur aktuellen Spielzeit unter www.khn.lu