Die Meteorologen kündigten vor ein paar Tagen an, Hitze aus Afrika käme. Und prompt schwitzten wir dann auch. Allerdings kam die Hitze gar nicht von Afrika, sondern von der Sonne. Nur, um mal ein paar Tatsachen wieder in die richtige Ordnung zu bringen.
Auch beim G8-Gipfel und der abschließenden Syrien-Erklärung der sieben führenden Industrieländer plus Russland scheinen die Tatsachen irgendwie durcheinandergeraten zu sein. Putin sei von Assad abgerückt, hieß es. Wo, bitte schön, das? Er stellt weder Assad infrage noch seine Waffenlieferungen an ihn ein: Man will die eigene Militärpräsenz im Land und den direkten Zugang zum Mittelmeer nicht aufgeben. Putin weiß zwar, dass ihm seine Haltung wirtschaftlich schadet, denn letztendlich schreckt seine Politik den ein oder anderen potenziellen Investor ab, den Russland dringend bräuchte. Aber da ist er zu sehr Machtpolitiker nach dem Motto: Das, was andere über mich oder mein Land denken, ist mir egal. Die USA und Russland sind zwar keine Freunde, aber sich zumindest bei Syrien in einem einig: Beide wollen Waffen ins Land liefern.
Der andere „Erfolg“ des Gipfels in Nordirland: Der britische Premier David Cameron hat konkretere Schritte gegen Steuertrickserei verlangt und mehr oder weniger auch erreicht. Nicht ganz überraschend, schließlich stehen die Regierungen Europas angesichts von Sparhaushalten und klammen Kassen unter Zugzwang. Und die Steuern kann man eben - auch wenn es so hübsch einfach ist - nicht ständig erhöhen. Von anderen etwas fordern, was man bei sich selbst längst schon hätte getan haben können, ist allerdings auch nicht allzu glaubwürdig. Dass Großbritannien jetzt die Steueroasen, von denen etliche britisch sind, entdeckt, hängt damit zusammen, dass die satten Gewinne, die die Banken im letzten Jahrzehnt einfuhren und von denen London lange gut lebte, allmählich zu schwinden beginnen. Der Abbau der britischen Industrie wird jetzt schmerzhaft gespürt; Steuern auf Gewinne wie die von Amazon hätte man plötzlich selbst gerne. Weil sie jahrzehntelang ein Großteil des Geldes sinnlos verplemperten, statt es sinnvoll zu investieren, brauchen die Staaten dringend Geld. Das aktuelle Gezeter um die Polizeigewalt in der Türkei erinnert mich da sehr deutlich an jene in Stuttgart, wo man - noch nicht lange her - ebenfalls mit Tränengas und Wasserwerfer auf Rentner losgegangen war, die gegen den Sieben-Milliarden-Bahnhof in der Weltmetropole Stuttgart protestierten. Die Hälfte dieser Milliarden hätte man vielleicht mal besser für so etwas Langweiliges wie Hochwasserschutz ausgegeben.
Auch hierzulande hatten erst nach massivem Druck der Öffentlichkeit die Verantwortlichen erkannt, dass eine Modernisierung des „Stade Josy Barthel“ vernünftiger ist als ein teurer Neubau. Oder hatte man die dranhängende Affäre um Rollinger und Becca und diverse Politiker des Landes einfach nur schnell in Vergessenheit geraten lassen wollen?
Was das Wetter anbelangt, droht übrigens schon die nächste Hitzewelle. Der OGBL hat jedenfalls kürzlich wieder einen „heißen Sommer“ angekündigt.


