LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

„Nein, das Corona-Virus schlägt nicht auf den Darm. Niemand muss also Toilettenpapier horten“, schrieb die Leitartiklerin aus der Kardinalszeitung am Samstag und mahnt, in Zeiten der Pandemie einen kühlen Kopf zu bewahren. Voll schwierig, wenn die Urängste unter dem Scheitel brodeln. In Wallung brachte den „T“-Editorialisten indes ein anderer Erreger: „Das Virus: LSAP als neue Heimat für ADR-Dissidenten“. Huch! Tatsächlich reichte der Vizepremier und Ko-Spitzenkandidat in spe der Sozialistenmenschen, Dan Kersch, beim Käerjenger Nationalkongress „potenziellen Dissidenten die Hand und bot demokratisch und sozial denkenden Mitgliedern der AFD-nahen Gruppierung an, in der LSAP eine neue politische Heimat zu finden“. Den erfahrenen Polit-Redakteur aus der Escher Kanalstraße gruselt es: das Angebot „birgt das Risiko, abschreckend auf konsequent fortschrittlich denkende Menschen zu wirken (...) Inwiefern die Offerte von einer Mehrheit der Sozialisten getragen wird, ist demnach noch offen, sollte es aber nicht bleiben“. Ziemlich gruselig ist auch der nebulöse SREL-Agententhriller dieser Tage vor Gericht, den der „Quotidien“-Leitartikler sogar als „Affaire d’Etat bis“ einstuft: „Les masques ne sont pas près de tomber“. In Covid-19-Zeiten erst recht nicht...