MONDORF-LES-BAINS
PATRICK WELTER

Tagung in Mondorf - „Hydrogen: hype or real business opportunities?“

Wasserstoff ist nach Auffassung zahlreicher Experten der bessere Weg zur Elektro-Mobilität. Wasserstoff und Elektrizität? Was sich zunächst völlig paradox anhört, erhält dann Sinn, wenn man sich erinnert, wie man aus Wasserstoff sauberen Strom, und damit auch einen sauberen Antrieb macht, - nämlich per Brennstoffzelle.

Aktuell scheint der batterieelektrische Antrieb in der Praxis die Nase vorn zu haben - trotz der Nachteile einer beschränkten Reichweite und einer hohen Ladedauer der Batterien.

Was für den innerstädtischen und Kurzstrecken-Betrieb durchaus praktikabel erscheint, stößt bei der Langstrecke oder einem 24-Stunden-Einsatz des Fahrzeugs an kaum zu überwindende Hürden. Eine Alternative könnte der Antrieb via Brennstoffzelle sein.

Nicht nur um diese Frage zu klären, sondern auch um sich über alternative Antriebsarten unter dem Sammelbegriff „Wasserstoff“ grenzüberschreitend auszutauschen, hatte „Luxinnovation“ zu einer Tagung unter dem Titel „Hydrogen: hype or real business opportunities?“ ins Casino 2000 in Mondorf eingeladen. Auf der Tagung wurden aber auch andere Konzepte vorgestellt, beispielsweise Zwei-Takt-Gasmotoren oder mit Wasserstoff (umgangssprachlich: Knallgas) betriebene Verbrennungsmotoren.

Woher den sauberen Strom nehmen

Beide Arten von Elektromobilität stehen vor dem gleichen Problem. Sie brauchen eine saubere Primärquelle aus erneuerbaren Energien entweder für das Laden der Batterien oder für die Elektrolyse mit der Wasserstoff gewonnen wird. Alles andere wäre nur eine Verlagerung des Schadstoffausstoßes vom Fahrzeug hin zu den Schloten der Braunkohlekraftwerke. Thema waren auch Projekte zu Erstellung einer Wasserstoff-Infrastruktur, die eine Brennstoffzellen-Mobilität letztendlich erst möglich macht.

Informationsaustausch

Anthony Auert, Cluster Manager - Automobility bei „Luxinnovation“ erklärte dem „Journal“ gegenüber, dass es vor allem um einen Austausch von Informationen über neue Technologien für Experten aus der Großregion, Großbritannien und den Niederlanden ging. Seiner Meinung nach werden beide Arten der Elektromobilität irgendwann parallel existieren: Energie per Batterie für den Cityverkehr, die Energie aus der Brennstoffzelle für die Mittel- und Langstrecke.

Regierung: Technologie-offen

Gilles Caspar, im Transportministerium für alternative Kraftstoffe zuständig, geht davon aus, dass es sich bei der Wasserstofftechnologie immer noch um Zukunftsmusik handelt - die aber sicher irgendwann ihren Weg bei rund um die Uhr genutzten Fahrzeugen und beim Schwer- und Fernverkehr machen wird.

Luxemburg ist heute schon an dem Projekt „H2Benelux“ zur Verbesserung der Infrastruktur beteiligt, denn eine flächendeckende Versorgung mit Wasserstoff sei eine unabdingbare Voraussetzung für die Verbreitung der Brennstoffzelle. Ebenso wie die Frage nach dem sauberen Strom, die sich beim batterieelektrischen Antrieb genauso stellt.

Caspar betonte, dass die Regierung bei der Förderung der Elektromobilität „technologie-offen“ sei. Der staatliche Zuschuss von 5.000 Euro wird nicht nur an Käufer eines herkömmlichen E-Autos ausgezahlt, sondern auch an Käufer eines Wagens mit Brennstoffzelle (den es derzeit nur von Toyota gibt). In Sachen Wasserstoff bleibe aber dennoch ein langer Weg zu beschreiten.