LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Während Europa wieder unter einer Hitzewelle ächzt, die bisherige Temperaturrekorde - auch in Luxemburg - hat purzeln lassen, ist die Debatte über die Ursachen des Klimawandels zumal in den sozialen Medien wieder ordentlich entbrannt.

Dazu beigetragen hat auch diese Woche eine neue Studie, die Klimaschwankungen in den letzten 2.000 Jahren analysiert hat und zum Schluss kommt, dass sie zwar immer wieder vorkommen, dass sie allerdings nie das globale Ausmaß erreicht haben, wie es seit knapp 150 Jahren, seit dem Beginn der Industrialisierung also, der Fall ist. „Die gängige Maxime, dass das Klima sich immer ändert, stimmt mit Sicherheit. Aber selbst, wenn wir in unserer Perspektive bis in die frühen Tage der Römischen Kaiserzeit zurückgehen, können wir kein Ereignis erkennen, das in Grad oder Ausmaß der Erwärmung der vergangenen Jahrzehnte auch nur annähernd entspricht“, schreibt der Geografieprofessor Scott George von der Universität Minnesota in der Studie, „das heutige Klima hebt sich in seiner heißen weltweiten Synchronie ab.“

Eine Studie mehr, die bestätigt, was immer noch viele Zeitgenossen nicht wahrhaben wollen: Der Globus wird heißer. Überall. Die Konsequenzen sind: Immer häufiger auftretende extreme Wetterphänomene, Dürren, Fluten, die Millionen in die Flucht treiben, aber auch die Zerstörung delikater Gleichgewichte in Ökosystemen, die verschwinden werden. Die Hitze verändert unsere Umwelt und damit unsere Gesellschaft. Das müssen auch die erkennen, die dauernd die „Klimahysterie“-Keule schwingen, wenn auf die teils dramatischen Veränderungen hingewiesen wird.

Wer die Augen aufmacht, sieht, dass sie da sind und die Menschheit damit umgehen muss. Die kontroverse Debatte darüber, in welchem Maß der Mensch Schuld an der Klimaerwärmung ist, lassen wir hier mal beiseite. Dass wir skrupellos unseren Planeten ausbeuten, steht aber außer Frage. Zu gigantisch sind die Wunden, die eines Lebensstils zuliebe geschlagen werden, der sich durch übermäßigen Konsum auszeichnet.

Fakt ist: Wenn jeder Erdenbürger so leben würde, wie Westeuropäer, bräuchte es mehrere Planeten, um den Bedarf zu decken. Es steht aber auch in unserer Macht, unseren Lebensstil zu ändern, ohne riesige Abstriche bei unserer Lebensqualität machen zu müssen. Ganz im Gegenteil trägt zum Beispiel der Rückgriff auf gesündere Lebensmittel aus der Region oder die Entscheidung für ein Fahrzeug, das weniger Schadstoffe in die Luft bläst, im Endeffekt zu mehr Lebensqualität bei. Nicht nur für uns, sondern auch für unsere Mitmenschen. Man stelle sich mal vor, was die Menschheit in Synchronie alles bewegen könnte - zu ihrem eigenen Vorteil. Die Plattform „Votum Klima“ gab gestern Morgen bei einer Aktion den Ministern ein Hausaufgaben-Heftchen mit. Sie sollen sich im Urlaub konkrete Maßnahmen für den Klimaschutz überlegen. Vielleicht sollte jeder Bürger den heißen Sommer nutzen, um sich darüber Gedanken zu machen, wie er seinen ganz persönlichen „ökologischen Fußabdruck“ reduzieren kann, und auch sein „Heftchen“ in die Debatte einfließen lassen?