LUXEMBURG
ANNETTE DUSCHINGER

Nationaler Hitzeplan: Gesundheitsministerium ruft Risikogruppe auf, sich zu melden

Sind Sie krank oder älter als 75 Jahre, wohnen Sie alleine oder mit einer Person, die sie nicht ausreichend unterstützen kann, können Sie sich nur eingeschränkt selber versorgen und haben Sie wenig Kontakt zu Angehörigen und zu Nachbarn? Dann wird es Zeit, das Formular des Gesundheitsministeriums zu nutzen: Beantragen Sie eine spezielle Betreuung durch einen der Dienstleister häuslicher Pflege, um im Falle einer Hitzewelle Gesundheitsproblemen, wie einer Dehydration vorzubeugen.

Antrag auf Betreuung bei Hitzewelle bis zum 15. Juni einschicken

Das Formular dafür kann unter www.sante.lu oder www.croix-rouge.lu heruntergeladen werden oder bei der Telefonzentrale der Croix-Rouge unter der Nummer 2755 beantragt werden. Es sollte noch vor dem 15. Juni eingeschickt werden. Personen, die bei der Pflegeversicherung gemeldet werden brauchen es nicht, da sie automatisch in den Hilfsplan aufgenommen werden. Die Betreuung einer Person kann auch von Dritten beantragt werden, der Betroffene sollte in dem Fall aber darüber informiert werden.

Die große Hitzewelle 2003 mit nicht zuletzt einem Anstieg von Todesfällen während der Hitzeperiode rüttelte auf. Seit 2005 besteht ein Nationaler Hitzeplan, der Sensibilisierung und Information sowie Interventionen bei besagter Zielgruppe vorsieht. Gestern wurde der diesjährige Plan von der beigeordneten Gesundheitsdirektorin, Dr. Elisabeth Heisbourg vorgestellt.

Jetzt ist auch Nachbarschaftshilfe gefragt

Er gilt vom ersten Juli bis Ende August und wird dann ausgerufen, wenn vom Wetterdienst am Findel eine Hitzeperiode angekündigt wird. Dabei zählt nicht eine hohe Tageshöchsttemperatur, sondern die Durchschnittstemperatur eines Tages muss bei 23 Grad liegt. Das war im vergangenen Jahr zwar zwei Mal der Fall, der Plan wurde dennoch nicht aktiviert, weil sich keine längeren Hitzeperioden abzeichneten.

Das Ministerium würde in dem Fall eine Mitteilung an die Öffentlichkeit herausschicken und die Betreuung der bei der Croix-Rouge gemeldeten Risikopersonen läuft an. Sechs Pflegeorganisationen garantieren sie landesweit. „Wir nutzen die vorhandenen Ressourcen an Pflegern. Sie werden wohnortnah eingesetzt“, erklärte Martine Regenwetter vom Dachverband der Pflegeeinrichtungen COPAS.

Gefährdet sind neben älteren Menschen auch Säuglinge und Personen mit einer chronischen Krankheit, die das Herz oder die Nieren betreffen sowie psychisch Kranke. Dr. Heisbourg rief zudem dazu auf, dass man auch an seine Nachbarn denken sollte. „Man sollte bei gefährdeten Personen ruhig auch vorbeigehen und nach dem Rechten schauen. Sie merken es selber nicht, wenn sie zu viel Wasser aus dem Körper verloren haben“, sagte sie.

Vorsicht ist geboten, wenn der mangelnde Ausgleich an Wasser und Mineralsalzen zu Krämpfen in Armen, Beinen oder im Bauch führen. Wenn einem schwindlig wird, man sich leicht benommen oder schwach fühlt und man an Schlaflosigkeit leidet, ist Alarm angesagt. Im Zweifel sollte man den Hausarzt rufen, wenn sich durch trinken, ruhen und abkühlen keine Besserung einstellt.

Bereits Ende nächster Woche sollen die Temperaturen übrigens ordentlich steigen - 27 Grad sind für Freitag gemeldet.
Weitere Info: Tel.: 2755 (Croix-Rouge) und 247-85650 (Gesundheitsministerium)