CLAUDE KARGER

„Demnach hängen Verkehrsprobleme und Wohnungsnot eng zusammen“, hat der „T“-Leitartikler herausgefunden, „nur wenn Wohnungen wieder erschwinglich werden und ihren ursprünglichen Zweck erfüllen, können die Wege ins Land entlastet werden“. Die Schlussfolgerung steht genau über dem Resultat einer „T“-Umfrage, laut der 60 Prozent der Teilnehmer die ganze Pendelei der Pendler „absurd“ finden und meinen, es wäre besser, „wenn Mieten erschwinglich wären und die Menschen hier leben könnten“. Tja, die grüne Wohnungsbauministerin wird sich wohl auf einen heißen Herbst einstellen müssen, werden von ihr doch „drastischere Maßnahmen als die bisher ergriffenen“ erwartet, wie das „T“ meint. Nun steht die Ministerin zudem in der Kritik, da sie offenbar eine Laufzeitverdopplung der Konventionen mit privaten Bauträgern beschlossen hat, laut der staatlich geförderte Mietwohnungen künftig 40 statt 20 Jahre als Sozialmietwohnung vermietet werden sollen, was kirchliche Bauträger schwer aufgebracht hat. Die Erzbistumszeitung vermutet sogar „ideologische Gründe“ hinter diesem Schritt und findet das „Toleranzdenken“ der Grünen nicht gerade ausgeprägt. Die Kirche kennt sich zwar mit Ideologie und Toleranzschwellen toll aus, mag aber hier zu Recht auf Nachricht von Sam warten.