CLAUDE KARGER

„Heißzeit“ lautet das Wort des Jahres in Deutschland. Hat die dortige Gesellschaft für deutsche Sprache gestern entschieden und es somit den schönen Ausdrücken „Funklochrepublik“ und „Ankerzentren“ vorgezogen. „Heißzeit“, das beziehe sich nicht nur auf den extremen Sommer, sondern auch auf den Klimawandel, dem die Menschheit in äußerster Uneinigkeit vornehmlich auf Mega-Gipfeln entgegen zu treten versucht... Heißzeiten in Abwechslung mit kürzeren Eiszeiten - ebenso wie Funklöcher übrigens - gibt es auch immer wieder in der Politik. Eine Heißzeit erlebt derzeit Großbritannien, wo das Brexit-Drama die Stimmung an den Siedepunkt gebracht hat. Zum Glück gibt es da verständnisvolle EU-Leader wie unseren Premier, der zum Gipfel in Brüssel extra ein Pin mit Europa- und UK-Flaggen trug. „Look what I‘m wearing. I still believe. I would prefer a second referendum to no deal“, sagte er solcherarts beflaggt dem „Express“. Ansonsten gab‘s in Brüssel nur kalte Schulter. Solche gab‘s am 14. Oktober in Luxemburg bekanntlich auch für die CSV, was manche dort bis heute in heiße Wallungen versetzt. Das dürfte auch der gestrige „T“-Leitartikel über „Opas Partei und das C“ in einer „nachchristlichen Gesellschaft“ geschafft haben. Eine Gesellschaft, die übrigens auch immer mehr post-„Uarbechter“ wird.