LUXEMBURG
DANIEL OLY

Superhelden sind auch ein beliebtes Motiv in der Spieleindustrie

Superheldencomics lassen uns in fremde Welten eintauchen, neue Figuren kennen und lieben lernen. Sie erlauben uns, unserer Phantasie freien Lauf zu lassen und unsere kühnsten Träume aus zu leben. Digitale Spiele erlauben uns dieselben ausschweifenden Abenteuer - darum ist es nicht verwunderlich, dass das Medium des Spiels sich schon sehr früh mit der Idee von Superhelden und den jeweiligen Universen auseinander setzte.

Kooperationswillig

In Zeiten in denen die verpixelten Strichmännchen auf dem Schirm mit Ach und Krach als Menschen zu erkennen waren war es sicherlich einfacher, dem Kunden die Figur als Superhelden zu verkaufen. Nicht zuletzt, weil damit eine gewisse Erwartungshaltung und ein Wiedererkennungswert einher ging. Gleichzeitig könnte die noch sehr junge Industrie durchaus auch beabsichtigt haben, von dem „guten Ruf“ des vergleichsweise etablierten Comicmediums zu profitieren. Die Film- und Comicindustrie schienen dabei sehr kooperationswillig zu sein.

Name als Garant

Große Probleme, die jeweiligen Namen und Settings zu lizensieren, schien es daher keine gegeben zu haben, wie die vielen Superhelden-basierten Spiele zeigen: Sehr häufig kann der Spieler in die Haut von Helden wie Spiderman, Batman, Superman oder mehreren X-Men, insbesondere aber Wolverine, schlüpfen - offensichtlich Publikumslieblinge, die so vermutlich schon durch ihre Namen als Garant für gute Unterhaltung bürgen sollen. Der Reiz, den persönlichen Lieblingshelden bei seinen Abenteuern nicht nur über die Schulter blicken zu können, sondern sie selbst beeinflussen zu können, dürfte hier ausschlaggebend sein. Der dunkle Rächer scheint dabei ein besonders beliebter Superheld zu sein, wie nicht zuletzt auch die „Arkham“-Serie („Asylum“, „City“ und „Origins“) der letzten Jahre unter Beweis stellte. Generell gilt: Spiele erlauben dem Spieler fast immer, die eigenen Grenzen zu überschreiten - Dinge, die dem handelsüblichen Superhelden ein Leichtes sind.

Häufig werden Superheldenspiele im Kielwasser von neuen Hollywoodfilmen veröffentlicht, um auf der Welle des Enthusiasmus‘ mit zu schwimmen. „Batman: The Video Game“ etwa erschien ziemlich zeitgleich zu dem gleichnamigen Film und dürfte als „Spiel zum Film“ und als zusätzliches Marketing gedacht worden sein. Lizenzspiele mit Superhelden tauchen dabei immer wieder auf, wenn neue Hollywoodkracher erscheinen. Selten ist das Phänomen also nicht, wenngleich dabei auch oft die Qualität leicht darunter zu leiden scheint: Manchmal sind diese Spiele nur hastig programmierte Titel mit einer strikten Veröffentlichungs-Deadline, unter der die Qualität dann doch sehr stark zu leiden hat.

Und dennoch: Superheldenspiele sind weiterhin sehr beliebt, weil sich Superhelden einfach besonders gut als Protagonisten für die oftmals äußerst abgedrehten Szenarien heraus stellen. Und mal ehrlich: Wann hat man sonst die Möglichkeit, sich von Dach zu Dach durch New York zu schwingen? Richtig - das kann sonst nur Spiderman. Es ist also doch toll, super zu sein!