Blutiges Meerwasser, überall an den Stränden kämpfen aufgeschlitzte Grindwale mit dem Tod. Es dauert manchmal eine ganze Stunde, bis die Tiere wirklich tot sind. Grauenvolle Bilder, schlimmer als in einem Horrorfilm. Genau aber diese Szenen spielen sich augenblicklich auf den Färöer-Inseln ab. Der junge Luxemburger Kevin Schiltz, der sich bei „Sea Shepherd Luxembourg“ engagiert, wurde vor einer Woche vor Ort festgenommen, weil er sich gegen dieses Massaker einsetzte. Der 23-Jährige erzählt im „Journal“-Interview, warum er es nicht bereut, bei der Aktion dabei gewesen zu sein.
Warum hast Du bei dieser Kampagne mitgemacht?
Kevin Schiltz Ich finde, dass so eine barbarische Tradition nicht mehr in unsere moderne Zeit gehört. Die Art und Weise, wie die Wale getötet werden, ist mehr als brutal. Sie werden von Booten ans Ufer getrieben, sogar von diesen einfach überfahren, die Jäger schlagen sie mit Paddeln. Dazu kommt noch, dass die Säugetiere mit ansehen müssen, wie ihre Familie stirbt, während auch sie auf das Ende warten.
Wie verhindert Ihr, dass den Walen nichts passiert?
Schiltz Wie versuchen mit Booten die Tiere in eine andere Richtung zu leiten, damit sie nicht in die Falle tappen.
Dein Engagement bei „Sea Shepherd“ kannst Du nur in Deiner Freizeit ausüben. Wie bekommst Du das mit deiner Arbeit auf der Kockelscheuer unter einen Hut?
Schiltz Mein ganzer Urlaub geht für die Aktionen drauf. Ich bereue jedoch nichts, denn in dieser Zeit kann ich denen beistehen, die sich selbst nicht helfen können. Da ich hauptsächlich im Winter arbeite, kann ich im Sommer für ein paar Wochen auf die Färöer-Inseln reisen, zur Jagdzeit der Grindwale.
Du wurdest verhaftet, warum?
Schiltz Ich weiß es selbst nicht so richtig: Nach dem Gesetz der Färöer-Inseln muss man den Behörden Bescheid geben, sobald man einen Wal entdeckt. Falls man dies unterlässt, handelt es sich schon um einen Verstoß gegen das Gesetz.
Wie war es im Gefängnis?
Schiltz Ich war nicht lange in Haft. Nur eine Nacht, da habe ich geschlafen.
Wie geht es nun weiter?
Schiltz Mein Pass wurde mir entzogen und ich warte auf meinen Gerichtstermin. Die Anwälte von „Sea Shepherd“ werden mich vertreten. Diese Woche wird sich nichts tun, da zurzeit viele der Zuständigen im Urlaub sind.
Bist Du froh, wenn Du wieder in Luxemburg bist?
Schiltz Jein, ich freue mich auf mein Zuhause, aber ich würde auch gerne noch hier bleiben, um die Tiere weiterhin zu schützen.




