STRASSEN
PATRICK WELTER

Jahresbericht 2019 der Fondation Kriibskrank Kanner - 225 betreute Familien

Die freundliche Atmosphäre des Hauses lässt überhaupt nicht darauf schließen, dass das Schicksal derjenigen, denen hier geholfen wird oftmals hart und niemals einfach ist. Gestern stellte die „Fondatioun Kriibskrank Kanner“ ihren Jahresbericht 2019 vor, gleichzeitig wurde der mit Unterstützung der „André und Henriette Losch-Stiftung“ renovierte Sitz der Hilfsorganisation, das „Kinderhaus“ in Strassen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Europa: Jährlich 35.000 neue kleine Krebspatienten

Die europaweiten Zahlen können schon erschrecken. Jedes Jahr werden in Europa 35.000 neue Fälle von Krebs bei Kindern und Teenagern diagnostiziert. Dank einer intensiven therapeutischen Hilfe können 80 Prozent der Erkrankten nach einem Ablauf von fünf Jahren als geheilt angesehen werden. Die Zahl der Patienten die eine Krebserkrankung im Kindesalter überstanden haben liegt aktuell bei 500.000, dann folgt ein ganz großes „aber“. Denn zwei Drittel der Überlebenden leiden unter „sekundären“ Folgen, wie etwa einer Amputation, die ihr tägliches Leben beeinflussen. Trotz aller medizinischen Bemühungen sterben jährlich 6.000 Kinder an einer Krebserkrankung.

Hilfeleistung auch für Kinder mit „seltenen Krankheiten“

Die „Fondatioun Kriibskrank Kanner“ betreut in Luxemburg nicht nur junge Krebspatienten, sondern auch Kinder und Jugendliche, die von einer lebensbedrohlichen „seltenen Krankheit“ betroffen sind. 2019 kümmerte man sich um 225 Familien. In 184 (2018: 165) Fällen handelte es sich um eine Krebserkrankung wie Leukämie, Lymphdrüsenkrebs oder Gehirntumor. Bei 41 (2018: 34) Kindern und Jugendlichen lag eine „Seltene Krankheit“ vor. 2018 wurden 35 neue Fälle diagnostiziert, wobei festzuhalten ist, dass die Stiftung nicht nur Kindern von Einwohnern Luxemburgs hilft, sondern auch Kindern von Grenzgängern, die bei der CNS versichert sind. 2018 sind zwei der jungen Patienten verstorben.

Drei Aufgabenfelder

Die Aufgaben der „Fondatioun Kriibskrank Kanner“ gliedern sich in drei Bereiche: Familienhilfe, Forschung und Aufklärung. Die Familien und die erkrankten Kinder werden psychologisch und therapeutisch und manchmal ganz praktisch unterstützt - wie bei Fahrten oder Transporten zu Kliniken in Belgien oder Deutschland. Außerdem kümmert man sich pädagogisch und schulisch um die jungen Patienten. Nach Alter werden die erkrankten Kinder und Jugendlichen in drei Gruppen eingeteilt: zwei bis fünf, fünf bis zwölf und zwölf bis 18 Jahre.

Die Familien stehen aufgrund der Krankheiten sowieso schon unter erheblichem Stress, da fehlt es einfach an Kapazitäten, um sich mit Verwaltungs- oder Geldfragen herumzuschlagen. Diese Aufgabe übernimmt dann die Fondatioun. So werden alle therapeutisch bedingten Rechnungen übernommen, das waren 2019 mehr als 4.500 Einzelfälle.

Man kümmert sich um Fragen von Extra-Urlaub von Eltern, genauso wie um Kostenübernahmen, die schon erwähnten logistischen Fragen und vermittelt im Streitfall auch zwischen Eltern und Krankenkassen. In den Haushalten der Familien kann ebenfalls geholfen werden.

Neben dem Kinderhaus in Strassen, gibt es das „Maison Losch“ in Brüssel, das Eltern von dort hospitalisierten Kindern zur Verfügung steht, ebenso wie ein Appartement in Westende in Belgien für eine Rekonvaleszenz nach einer anstrengenden Therapie.

2015 hat die „Fondatioun Kriibskrank Kanner“, die sich ausschließlich aus Spenden finanziert, einen Forschungsfonds mit drei Millionen Euro aufgelegt. Mit dem Ziel die spezifischen Bedingungen einer Krebsbehandlung bei Kindern besser zu erforschen. In den Jahren 2020 bis 2023 will man 1,5 Millionen Euro in die onko-pädiatrische Forschung investieren. Eine Gelegenheit um weitere Spendengelder einzunehmen, soll der dritte Volkslauf „Lëtz Go Gold“ am 26. September werden. Die Stiftung erhofft sich, bei 1.000 Teilnehmern an den Läufen von 1,5 bis zehn Kilometern Ditanz, einen Erlös von 300.000 Euro für die Forschung.

www.fondatioun.lu - www.letzgogold.lu