LEUDELINGEN
DANIEL OLY

„Oeuvre Nationale de Secours Grande-Duchesse Charlotte“ zieht positive Jahresbilanz

Zum Anlass des abschließenden Jahresberichts für 2017 hatten die „Oeuvre Nationale de Secours Grande-Duchesse Charlotte“ und der Nationallotterie fast 120 Bezugsnehmer der „Oeuvre“-Förderung eingeladen, um gemeinsam das vergangene Jahr und die geförderten Projekte Revue passieren zu lassen. Die wichtigsten Zahlen: 130 Projekte wurden 2017 durch die „Oeuvre“ unterstützt. Insgesamt wurden demnach knapp 20 Millionen Euro verteilt - „das ist zwar ein starker Rückgang zum Vorjahr, liegt aber vor allem daran, dass das Projekt ,Mateneen' in diesem Jahr mit 1,3 Millionen statt mit wesentlich mehr, wie im Vorjahr, zu Buche schlägt“, erklärte Generalsekretär Carlo Thelen gestern. Das eigene operative Geschäft sei derweil um fast drei Prozent gewachsen, 21,3 Millionen stehen unter dem Strich. Es wandert also ein Teil wieder in die Reserven der ursprünglich für Kriegsopfer vorgesehene Förderung. „Wir scheuen aber auch weiterhin nicht davor, in Extremsituationen auf unsere Reserven zurück zu greifen“, meinte Thelen mit Blick auf Ausnahmejahre oder Situationen wie Ende 2015. „Wir sind schließlich kein Sparverein, für solche Krisen sind wir da.“ Seit 2010 habe die „Oeuvre“ so knapp 150 Millionen Euro verteilt - das Ausnahmejahr 2016 mitgezählt.

Erfolgreiches Jahr für die Lotterie

Das Geld bezieht die „Oeuvre“ durch die Einnahmen der Nationallotterie. Dementsprechend geht Thelen für 2018 von leicht zurück gehenden Einnahmen aus. „Das liegt auch an der Problematik der illegalen Lotterien, die wie Pilze aus dem Boden sprießen, und dem unlauteren Wettbewerb“, erklärte er. Man werde aber im Interesse aller geförderten Projekte und der Öffentlichkeit alles daran setzen, die Einnahmen möglichst hoch zu halten.

Entsprechend wichtig waren auch die Zahlen der Lotterie, die Direktor Leon Losch präsentierte. „2017 war eigentlich ein Rekordjahr“, meinte er zu den Einnahmen von rund 101,5 Millionen Euro. „Knapp 54 Prozent davon gingen natürlich direkt an die Gewinner, weitere 23 Prozent an Verwaltung, Verkaufspunkte und Marketing“, erklärte er weiter. Die restlichen 23 Prozent gingen demnach an die „Oeuvre“.

Die eigentlich guten Zahlen kommen durch die drei wichtigen Standbeine der Nationallotterie (Lotto-Ziehungen, Sportwetten und Rubbellose) zustande. Besonders die Ziehungen der „Euromillions“ und der starke Anstieg der Sportwetten hätten sich als Erfolgsgarant entpuppt, die Sportwetten entwickeln sich prächtig und für die Rubbellose habe man die nötige kritische Masse, als alleiniger Organisator zu fungieren. Das sei bei den anderen Lotto-Vorhaben aber leider anders, hier ist man auf internationale Partner angewiesen. „Und wenn wir weniger zum Verteilen haben, leidet letztendlich auch die „Oeuvre“ darunter“, meinte Losch. Deshalb sei man für jeden einzelnen der knapp 450 Verkaufspunkte im Großherzogtum dankbar. „Das sind unsere Partner, denen wir viel zu verdanken haben“, erklärte er. Aber auch online sei man erfolgreich präsent: Rund 43.000 angemeldete Spieler sind zwar nicht ständig, aber doch regelmäßig genug dabei, um knapp fünf Millionen Euro auszumachen.

Der gestrige Tag war auch eine große Chance für die Projekte, die gefördert werden, um sich selbst vorzustellen. Projekte wie im Rahmen der „Actions Addictions“, die sich der Suchtprävention und der Aufklärung zum Thema Abhängigkeit in Luxemburg verschrieben hat, wie Komiteepräsident Jean Feith der „Oeuvre“ erklärte. „Wir unterstützen Projekt, die sich mit der Handhabung von Abhängigkeit in Luxemburg beschäftigen oder konkrete Probleme an der Wurzel packen“, erklärte er. Dabei arbeiten Projekte sehr eng mit dem Gesundheitsministerium und dem ausgewerteten Suchtpräventionsplan zusammen. 310.000 Euro kamen so zusammen, unter anderem für Initiativen wie das direkt an Jugendliche gerichtete „Looss alles eraus“-Projekt.

Das Vorzeigeprojekt „Mateneen“ beschäftigt sich derweil seit 2015 mit der Problematik der Schutzsuchenden mit Anrecht auf Asylstatus; in diesem Rahmen wurden insgesamt 80 Projekte von der „Oeuvre“ finanziert, um sich mit den Themen der Sozialkohäsion und der Solidarität - beides wichtige Grundprinzipien der „Oeuvre de Secours“ - zu befassen. „Da laufen vierjährige Projekte wohl noch bis 2020“, meinte „Oeuvre“-Verwaltungsratsvizepräsidentin Mariette Goniva. „Wir leisten unseren Beitrag bei gleich mehreren Projekten, insgesamt wurden 1.150.000 Euro ausgezahlt“, merkte sie an. „Diese Projekte und das ,Mateneen' sind noch keineswegs abgeschlossen.“

Ein weiteres Vorzeigeprojekt: Das „Sport Santé“-Förderprogramm für mehr Bewegung für chronisch Kranke, das am 15. Juni im „Plan National Thérapeutique Sport Santé“ des Gesundheits- und Sozialministeriums vorgestellt wurde.