Der Remicher Bürgermeister reagiert auf die deutliche Kritik der DP-Opposition

Es gibt immer mehrere Sichtweisen einer Sache. Nach unserem Interview mit den Vertretern der DP-Remich und die von den Liberalen angesprochenen Probleme und Versäumnisse, hat sich der Remicher Bürgermeister Henri Kox (Déi Greng) zu Wort gemeldet und uns seine Sicht der Dinge bei einigen Streitpunkten geschildert, die wir aber nicht alle wiedergeben können. In Sachen Umgehungsstraße Remich, die nach Auffassung der DP-Remich dringend geboten ist, verweist Kox auf eine lange Vorgeschichte. Die Idee sei im IVL des damaligen Ministers Wolter als ökologisch nicht wünschenswert eingestuft worden. Im „MoDu“ von Minister Wiseler wurde sie 2007 als „nicht prioritär vor 2030“ eingestuft. Im Rahmen der von Minister Bausch(zunächst) vorgelegten Bereichspläne seien eine Null-Variante und Alternativen überprüft worden. Für Kox besteht die einzige Lösung in einer Aufwertung des ÖPNV. Der Bau einer Busspur gehe jetzt in die Ausschreibung. Über einen Buskorridor biete die Linie 184 eine direkte Verbindung zur hauptstädtischen Trambahn. Der Schöffenrat habe ein Parkraumkonzept ausgearbeitet, dass unter anderem darauf setzt, dass die deutschen Pendler den P+R-Platz jenseits der Brücke nutzen, in Abstimmung mit „Ponts et Chaussées“ werde an einem Ausbau des P+R-Angebotes gearbeitet, versichert Kox. Minister Bausch habe außerdem für eine Tarifanpassung im deutsch-luxemburgischen Busverkehr gesorgt. In Sachen Schwerverkehr der durch Remich fährt, würde eine Verkehrszählung durchgeführt. Nach deren Analyse könne es zu einem Durchfahrtsverbot für Lastwagen kommen. Eine Verkehrsberuhigung, „so gut wie möglich“ für Remich, sei das Ziel. Dafür müsse man aber die Gewohnheiten der Pendler ändern.

Stichwort Leerstand

Der von der DP-Remich angesprochene Leerstand von Ladenlokalen sei nicht nur ein Remicher Problem. Kox verwies auf die Aktion „pro commerce“ mit der die „Mittelzentren“ (CDA) für die Konsumenten aufgewertet werden sollen. Nach Echternach und Grevenmacher werde im nächsten Frühjahr eine Analyse für Remich erarbeitet werden. Bei der Anlage des „Place Dr. Kontz“ habe man es leider versäumt ein Einkaufszentrum anzusiedeln. Kox kritisierte scharf den Bau eines Shoppingcenters „auf der grünen Wiese“ vor Schengen. Das Einkaufen müsse zurück in die Ortszentren kommen. Die Stadt Remich habe bereits für vier Millionen Euro Häuser im Ort aufgekauft.

Es sei richtig, dass der Hochwasserschutz seit Jahren auf Eis liegt, dafür sei aber nicht die Stadt Remich verantwortlich. Die Moselesplanade gehöre zur Gänze „Ponts et Chausées“ - was einiges erkläre. Zusätzlich verlange ein Hochwasserschutz nach einer Zustimmung der Nachbarn, also von Schengen und dem Saarland.

Dafür seien weitere Baumaßnahmen wie eine Absenkung der Esplanade nötig, um eine Wasserverdrängung ans andere Ufer zu vermeiden. Kox betonte, er sei schon 2007 zur Regierung „gepilgert“ um einen Baubeginn zu erreichen, damals habe es geheißen: „Es ist kein Geld da.“ Dem Umbau der Esplanade habe die Kammer schon zugestimmt und 16 Millionen frei gegeben, für den eigentlich Hochwasserschutz sind weitere elf Millionen nötig, alles in allem entständen Kosten von 35 Millionen Euro, die zu mindestens 80 Prozent vom Staat übernommen werden.

Schulen und Maison relais

Kox betont, dass es in Remich keine Warteliste für die Betreuung im „Maion relais“ gibt, andererseits sieht er keine Notwendigkeit zum Ausbau der Schule am „Gewännchen“, da die Schülerzahlen seit Jahren stabil seien. Patrick Welter