Jetzt heißt es, stark sein. „Der luxemburgische EU-Ratsvorsitz hat eine Herkules-Arbeit vor sich“, meinte vorgestern im Europaparlament Sozen-Chef Gianni Pittella. Der Regierungsboss blickte darob jedenfalls nicht sehr „amused“ drein, aber das hatte vielmehr mit der linksdrehenden heißen Luft aus dem derzeitigen griechischen Machtolymp zu tun. „Bettel gehört zu den Regierungschefs, die meist nicht im Mittelpunkt stehen, aber doch unter ungeheurem Druck“, schrieb gestern die „Süddeutsche Zeitung“, „die von Luxemburg für Griechenland aufgebrachten Mittel sind vergleichsweise winzig, aber pro Kopf haftet jeder Luxemburger mit der höchsten Summe, 1.637 Euro“. Fakt ist: Die Mission „Saving Hellas - and all the rest“ wird die großherzogtümliche Ratspräsidentschaft die meiste Zeit beschäftigen. Und dann gibt‘s auch noch zuhause Haue. „Les maladroits“ schalt der „tageblatt - kulturissimo“ Leiterer gestern die Dreierkoalitionäre, spricht gar von „faillite politique du gouvernement Bettel-Schneider“, das der CSV - ihr Ziel: „le pouvoir pour le pouvoir“ - das Leben einfach machen würde. Denn nach dem „zigzag des jeunots“ würden viele befürchten, dass die Kirche nicht mehr im Dorf bleibt. Uns dünkt, es werden nicht nur ein, sondern mehrere HeraklessInnen gebraucht. Mal schauen, ob es derzeit Rabatt auf den Olymp gibt.
Heraklesse
journal.lu - 09.07.2015

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