LUXEMBURG
KIM ZOENEN

Alles rund um die Pilze

Die heißen Sommertage haben sich verabschiedet und seit einigen Tagen begrüßt uns der Herbst mit seinem Nieselregen. Die Tage werden kühler, nasser und kürzer. Für die Feinschmecker bedeuten diese Wetterumschwünge den Start der Pilzsaison. Sie dauert ungefähr bis November und ist stark wetterabhängig. Trotz des trockenen Sommers rechnen einige Pilzexperten damit, dass die Pilzausbeute gut ausfallen könnte, aufgrund der aktuellen Regenfälle und der hohen Luftfeuchtigkeit. Viele Hobbysammler begeben sich daher in den kühlen und nassen Morgenstunden in den Wald, um auf Pilzjagd zu gehen. Doch da kann einiges schief gehen, denn viele Pilzarten ähneln sich und einige sind hochgradig giftig. Daher ist es für Anfänger nicht schlecht, sich vorher über das Pilzsammeln aufklären zu lassen.

Auf was geachtet werden muss

Das Schöne am Sammeln ist der Kontakt mir der Natur und den Ausflug mit der Familie zu genießen. Wenn noch kleine Kinder dabei sind, müssen die Eltern eben öfters nach ihnen schauen, ob sie nicht willkürlich Pflanzen und Giftpilze pflücken. Denn beim Sammeln sollte die Natur nicht unnötig belastet oder zerstört werden. Zudem sollte es nicht regnen, denn die Pilzkappen werden nass und glitschig, so sind sie schwer zu pflücken und kleben durch die Nässe zusammen. Außerdem sollten die Pilze nicht mit einem Messer abgeschnitten werden, sondern sie müssen vorsichtig aus der Erde herausgedreht werden. Danach sollte die Stelle wieder mit ein wenig Erde verschlossen werden. So können wieder neue Pilze an gleicher Stelle wachsen. Die Größe der Pilze muss beim Pflücken auch berücksichtigt werden, es sollten keine zu kleine und keine zu großen Pilze geerntet werden. Achten Sie darauf, dass Pilze, die von Maden befallen sind oder offene Stellen aufzeigen, stehen gelassen werden. Außerdem müssen Sie schauen, ob der Wald sich nicht im Privatbesitz befindet oder die Pilze unter Naturschutz stehen. In Luxemburg dürfen Einzelpersonen ein Kilo täglich und als Gruppe von mehr als drei Personen drei Kilo täglich Pilze sammeln. Restaurantbesitzer müssen sich eine spezielle Genehmigung beim Umweltministerium besorgen.

Verdacht auf Pilzvergiftung?

Pilzreste möglichst aufbewahren

Häufige Symptome einer Pilzvergiftung: Übelkeit, Schwindel und Atemnot. Menschen, die sich nach dem Verzehren von Pilzen unwohl fühlen, sollten umgehend einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen. Zudem ist es sehr wichtig, dass die Pilzreste mitgenommen werden, damit diese auf giftige Substanzen untersucht werden können.

Privatpersonen können sich beim belgischen Giftzentrum „Centre antipoisons“ unter der kostenlosen Telefonnummer 8002-5500 informieren.
So gehen Sie richtig mit Pilzen um

Tipps und Tricks

Wenn Sie sich auf die Pilzpirsch begeben, sollten Sie jedenfalls immer einen Korb mitnehmen. Der Vorteil vom Korb ist, dass die Pilze nicht zerquetscht, aber gut belüftet werden. Es ist wichtig, dass nur die Pilze gepflückt werden, bei denen Sie sicher sein können, dass sie nicht giftig sind. Daher sollten die Pilzsammler sehr gut über die Speisepilze informiert sein und sich auf keinen Fall von Halbwissen leiten lassen. Zudem werden Pilze nicht roh gegessen, sondern sie sollten mindestens bei über 75 Grad gegart werden. Wenn der Pilzgeschmack intensiv bleiben soll, müssen die Pilze bei starker Hitze kurz angebraten werden, so verlieren sie am wenigsten Wasser.
Pilz-Apps

Kein hundertprozentiger Verlass

Die Welt wird digitaler und jetzt schwören schon einige Pilzsammler auf digitale „Pilzscanner”, um die kleinen Köstlichkeiten sicher bestimmen zu können. Doch Experten raten von diesen Apps ab, denn sie sind nie zu 100 Prozent zuverlässig. Da es über 6.000 verschiedene Pilzarten gibt und dazu noch in unterschiedlichen Variationen, sind Irrtümer sehr wahrscheinlich. Essbare Pilze können sehr leicht mit giftigen Arten verwechselt werden und sind für Laien absolut nicht identifizierbar. Es gibt einige Möglichkeiten, Speise-und Giftpilze zu erkennen, doch wenn man sich nicht sicher ist, sollten sie auf keinen Fall mitgenommen werden.