PASCAL STEINWACHS

Wer bislang geglaubt hat, der Großherzogsjob sei so eine Art Traumberuf, bei dem man nicht mehr tun müsse, als den lieben langen Tag im Hermelinpyjama auf dem Thron zu sitzen, nur um hin und wieder einen Botschafter zu akkreditieren oder einem Potentaten die Hände zu schütteln, der wurde diese Woche eines Besseren belehrt. So besteht das Monarchendasein inzwischen aus derart viel Maloche, dass dem Hof nun sogar zur Unterstützung ein „Comité de Pilotage“ zur Seite gestellt wird, und das obwohl die Großherzogin unter Flugangst leiden soll. Wie brutal banal so ein großherzogliches Leben nämlich tatsächlich ist, das schrob gestern die „Land“-Zeitung, teilt die geplante Verfassungsreform dem Monarchen doch statt Vorrechten Aufgaben zu, „und stuft ihn auf das Format eines höheren, jederzeit kündbaren Staatsdieners zurück, der gegen Gehalt Papierkram erledigen, ausländische Gäste empfangen und Prospektionsreisen erleichtern soll“.

Da ist das Leben ja sogar in der „Journal“-Politredaktion lebenswerter, zumal wir nicht auch noch jedes Jahr eine Weihnachts- oder sonstige Rede halten müssen. Das Haus an der Côte d’Azur soll aber durchaus annehmbar sein, und im Palais würden wir auch gerne wohnen, allerdings lieber als Präsident denn als Monarch...