CLAUDE KARGER

Jean-Claude Juncker könnte der Heros der Hellenen werden, mutmaßte gestern das „Wort“, das ihn als großen „Griechen-Versteher“ feierte. Kein EU-Topmann könne besser mit Athen und der Kommissionsherkules werde schon dafür sorgen, dass Tsipras nicht wieder Drachmen druckt. Schließlich hat JCJ den Peloponnes stets verteidigt. Dafür, dass er den Spekulanten gegen Hellas 2010 beim Start des an Abgründen überreichen Streifens „Fifty Shades of Greece“ drohte: „Wir haben die Folterwerkzeuge im Keller, und wir zeigen sie, wenn es nötig ist“, erhielt er gar den höchsten griechischen Orden, die „Grande Croix de l’Ordre du Sauveur“. An Zärtlichkeitsbekundungen fehlt es indes nicht, meinte unser Ex-Premier doch 2013 im .dok-Interview: „Mein Hund heißt Plato, stammt von der Insel Samos und macht manches, aber längst nicht alles richtig. Er ist also ein richtiger Grieche. Aber ich liebe die Griechen.“ Logisch also, der herzliche Empfang des Syriza-Bosses letzte Woche in Brüssel. Nur der Knutscher fehlte. Vielleicht wegen des Sommaruga-Vorfalls? Jean-Claude hatte die Schweizer Bundespräsi ja kürzlich derart bebusselt, dass diese sich zuhause immer noch erklären muss: „Ich habe gestern Abend mit Herrn Juncker telefoniert. Kusstechnisch ist das absolut sicher und unverfänglich“, meinte sie nun bei einem Pressetermin süßlich-sauer.

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