„Carrément“ überwältigt zeigte sich gestern der „Wort“-Leitartikler von des Premiers Auftritten auf der weltpolitischen Bühne. Letzterer war bekanntlich diese Woche nach Sotschi geschwirrt, um mit den umtriebigen Russen mal ein ernstes Wörtchen zu reden. „La politique pour Xavier Bettel se constitue non pas sur des rapports de force mais sur des processus de séduction“, lautet die Diagnose des Autors. Mit der Taktik hatte der furchtlose luxemburgische Regierungschef sogar geschwind den harten Knochen aus dem Kreml in der Tasche: „le „tovaritch“ Bettel a écouté Poutine et Poutine se sachant entendu l’a laissé parler“, beschreibt der Journalist die Szene. Was wohl daraus wird...? Charme zu versprühen versucht auch Bettels Vorgänger und heutige EU-Kommissionsboss, um aus der LuxLeaks-Klemme raus zu kommen. Sein „bizarrer, hochmütiger Auftritt“ - laut „Die Zeit“ - dazu vor dem EP-Parlamentsausschuss vor einigen Wochen habe ihn da nicht wirklich weiter gebracht. Dabei hatte es so sympathisch begonnen: „Auf dem Weg in den Saal klatscht er einen der Fotografen ab; vorn angekommen, küsst er den Vorsitzenden des Ausschusses, einen Franzosen. Das Herzen und Winken hat Methode, Juncker hat in Brüssel viele Freunde“. Ob das diesmal ausreicht? „Die Schatten werden länger, aber Junckers Flucht ist noch nicht vorbei“, meint „Die Zeit“.
Herzen und Winken
journal.lu - 08.10.2015

1 Foto

