LUXEMBURG
INGO ZWANK

Polizei stellt zusammen mit drei Gemeinden neue Aufklärungskampagne vor: Warntafeln sollen Autoknacker von ihrem Vorhaben abhalten

Ein Anstieg von 2.018 Auto-Aufbrüchen im Jahr 2010 auf 2.392 im Jahr 2013, 700 Aufbrüche alleine im Jahr 2014 in der Stadt Luxemburg: Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Gestern stellt die luxemburgische Polizei (Direktion Stadt) zusammen mit den Gemeinden Walferdingen, Luxemburg und Hesperingen eine neue Kampagne vor, um diesem Phänomen etwas Einhalt zu gebieten. 6.000 Warnhinweistafeln mit der Aufschrift „Achtung: In diesem Auto liegen KEINE wertvollen Gegenstände“ (in den Sprachen Deutsch, Luxemburgisch und Französisch) auf der Vorderseite sollen potenzielle Langfinger informieren, dass in dem Fahrzeug nichts zu holen ist. Auf der Rückseite des Täfelchens, das von den drei Gemeinden finanziert wurden, sind die Erinnerungen an den Autohalter aufgeführt: Keine Wertsachen wie Handy, Navi, Laptop oder Handtasche im Auto (sichtbar) liegen lassen. Auch wird der Fahrer daran erinnert, stets den Zündschlüssel abzuziehen, dies auch bei kurzen Stopps wie an der Tankstelle oder dem Zeitungskauf. Türen, Kofferraum und Schiebedach sollten ebenfalls stets beim Verlassen des Fahrzeugs geschlossen werden.

Einbrüche gleich Beschaffungskriminalität

Auto-Aufbrüche dienen fast immer der Beschaffungskriminalität, daher „wollen wir den Bürgern hier mit dem kriminellen Schwerpunkt im Luxemburger Stadtgebiet möglichst viele Informationen anhand geben, um dies zu verhindern“, sagte René Lindenlaub von der Polizei zu dieser „vorerst regional ausgelegten Präventionsidee“, die einer Kampagne der deutschen Polizei entliehen wurde.

Wenn man betrachtet, dass 700 Aufbrüche bisher in der Stadt Luxemburg erfolgten, muss bilanziert werden, dass hier „zehn Prozent der Fahrzeuge nicht abgeschlossen waren“, sagt Lindenlaub.

„Damit es nicht zu einem Aufbruch kommt, müssen die Bürger auch etwas dazu beitragen“, betonte Lydie Polfer, der bereits dreimal der Wagen geklaut wurde. „Die Sicherheit der Bürger liegt uns sehr am Herzen“, sagte die Bürgermeisterin, daher war es keine Frage, sich an dieser Kampagne zu beteiligen. Auch Marc Lies, Bürgermeister von Hesperingen, lobte die gute Arbeit und Präsenz der Polizei.

„Auch wir haben uns sofort bereiterklärt, die Bürger weiter diesbezüglich zu sensibilisieren.“ Auch wenn die Technik es sehr oft den Einbrechern erschwert, sei es in Fahrzeuge oder Wohnungen einzubrechen, so bleibe immer noch ein gewisses Restrisiko, „daher ist eine solche Sensibilisierung immer noch nötig.“ Bei der Aufklärung komme es darauf an, dass „das Bewusstsein verstärkt werden muss, eben nichts im Fahrzeug zu lassen“, betonte Polfer, man müsse direkt an die Bürger kommen und ihre Mentalität entsprechend beeinflussen. Daher sollen auch Informationsveranstaltungen mit -material passend kombiniert werden. Wie Lindenlaub mitteilte, will die Polizei auf dem Stadtgebiet weitere Infoveranstaltungen bezüglich Einbruchsprävention anbieten.
Am 10. März wird die Polizei aus der Glesenerstraße in der Hauptstadt in die Rue Marie&Pierre Curie umziehen