AINHOA ACHUTEGUI

In einer seiner ersten Amtshandlungen hat der neue US-Präsident Donald Trump per Dekret die Zahlung staatlicher Hilfen an Organisationen im Ausland gestoppt, die Frauen in Familienfragen beraten und auch Abtreibungen begleiten. Mittlerweile hat die niederländische Entwicklungshilfeministerin einen Fonds ins Leben gerufen, um die Ausfälle bei der Finanzierung dieser Beratungen zu kompensieren. Am Montag hat sich auch Luxemburg zu einer Teilnahme daran engagiert. Ainhoa Achutegui, die Präsidentin des „Planning Familial“ ist schockiert über die Entscheidung des US-Präsidenten.

„Die Entscheidung Donald Trumps ist ein großer Schritt zurück. Die USA waren bislang die größten Unterstützer von internationalen Initiativen für Familienberatung. Nun wird diese wichtige Rolle mit einem Federstrich einfach aufgekündigt, aus ganz klaren ideologischen Gründen. Schließlich geht es ihm vor allem darum, seine christlich-fundamentalistische Wählerschaft zu bedienen, die den Frauen vorschreiben will, wie sie mit ihrem Körper umzugehen haben.

Aus seinen Aussagen beim US-Wahlkampf ging ziemlich klar hervor, dass Donald Trump irgendetwas für die christlichen Fundamentalisten tun würde, sobald er ins Weiße Haus gewählt würde. Dass es so schnell kam, hat uns überrascht.

Aber dass Trump dadurch in Kauf nimmt, dass Frauen durch fehlende Beratung und Betreuung bei einer Abtreibung sterben können, ist einfach nur schockierend. Man muss auch bedenken, dass die betroffenen Organisationen sehr viel mehr tun als Abtreibungsberatung. Sie beraten auch in Sachen Verhütung, HIV-Vorbeugung und -Behandlung und insgesamt bei der Mütter- und Kindergesundheit.

Hier stehen Menschenleben auf dem Spiel, die durch solche Organisationen, die ihre Dienste oft in jahrelanger mühsamer Arbeit aufgebaut haben, gerettet werden können.

Das ‚Planning Familial‘, das auch Mitglied in der ‚International Planned Parenthood Federation‘ ist, begrüßt daher die schnelle Reaktion der Niederlande, einen Fonds zu gründen, um die Finanzierung der Hilfsorganisationen sicher zu stellen. Ebenso ausdrücklich begrüßen wir die Absichtserklärung der luxemburgischen Regierung, den multilateralen Programmen für Gesundheit und Reproduktionsrechte mehr Mittel zufließen zu lassen.

Gerade jetzt ist es wichtig, dass sich zumal europäische Länder den ideologischen Bestrebungen entgegen stellen, das Rad der Zeit in Sachen Frauenrechten wieder zurück zu drehen und nicht in Kauf zu nehmen, dass zumal in ärmeren Regionen der Welt das Sterberisiko für Frauen steigt.“