CLAUDE KARGER

Bei der luxemburgischen Botschaft in Berlin muss wohl jemand das Sommerloch aussitzen, lautete doch der „Sproch vun der Woch“, den die Diplomaten sympathischerweise zwitschern: „Mir fuere mat der Heibleifskäerchen“ - „Wörtlich: Wir fahren mit dem Hierbleib-Wägelchen. Bedeutet: Die Ferien zu Hause verbringen“. Aber das kann ja auch schön sein, gibt es doch zuhause eine Menge Abwechslung und vieles zu entdecken. Etwas weniger locker ist das freilich, wenn man gezwungenermaßen in der „Heibleifskäerchen“ fest sitzt. Uns dünkt, der Innenminister ist einer dieser Unglücklichen, steht er doch im Mittelpunkt des sommerlochfüllenden Kirchenfabrik-Wirbels. Aber den ehemaligen Monnericher Oberhäuptling, der nie im Kirchenrat sitzen durfte, weil er nicht getauft ist, kann so schnell nichts aus der Ruhe bringen: „Ich habe 20 Jahre lang Handball gespielt; ich bin nicht aus Zucker und habe einen breiten Rücken“, sagte er dem „T“. Ohne Nerven wie Tramschienen geht es ohnehin nicht in der Politik. Davon kann auch die DP-Fraktionssekretärin eine Lied singen: „Der Job“, schreibt eine Frau mit Durchblick im „Wort“, setze laut Françoise Schlink „einiges an Flexibilität voraus“. „Man sollte aber auch stressresistent sein und über ein gutes Nervenkostüm verfügen“. Andernfalls riskiert aus der „Passion“ schnell eine „Passio“ im kirchenlateinischen Sinne zu werden.