CLAUDE KARGER

„Meilenstein des Grauens“, titelte gestern das „Wort“. Nein, es geht nicht schon wieder um „Ju-Cha“ oder die vielen anderen undurchsichtigen Datenbanken, die einerseits bibbern - „Weiter in der Schusslinie - keine Sommerpause für Braz und Co.“, meint das „T“ - andererseits frohlocken lassen - „allzu schön präsentierte sich die Gelegenheit für die CSV, die zurzeit im Selbstfindungsprozess steckt und nun endlich das tun kann, was Parteien außerhalb der Regierung eigentlich üblicherweise machen sollten: Opposition“, kommentiert das „T“. Vielmehr meint das „Wort“ den Streifen „The Blair Witch Project“, der „vor 20 Jahren ein Filmgenre schuf, das seitdem eine Spur der Angst hinterlassen hat“. Stimmt, das Wackelkamera-Dings, bei dem die Hexenjäger plötzlich von der Hex‘ gejagt werden, ist ganz schön gruselig. Aber natürlich längst nicht so spannend, wie die mit allerlei Überraschungen und Pirouetten gespickte Jagd nach dem neuen EU-Kommissionsboss. Was EU-Kommissar in spe Nico Schmit von seiner künftigen Chefin hält und weshalb die sich für ihn entscheiden sollte, versuchte das „Wort“ nun dem Sozialistenmenschen im Interview zu entlocken. Der gab sich ob mancher Fragen zwar ziemlich zugeknöpft, scheint aber eine Menge über Transitionspäpste und allerlei Katholisches zu wissen. Und sicher auch über Exorzismus.