LUXEMBURG
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Heute am 11.2. ist der Tag der Notrufnummer 112

Am 11.2. wird seit 2009 der europäische Tag der einheitlichen Notrufnummer begangen. Wer die 112 wählt, erreicht in allen 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union den Notdienst. Darüber hinaus gilt die 112 auch in der Schweiz und der Türkei - und trotz Brexit sogar in Großbritannien. In Norwegen muss man die 113 wählen. Der Notdienst ist in allen Ländern rund um die Uhr kostenlos aus Mobilfunk- und Festnetz erreichbar.

Am Anfang stand der Todvon Björn Steiger

Wichtig ist bei einem Notruf die Fünf-W-Regel. Die Björn-Steiger-Stiftung, die sich für eine Verbesserung der Notfallhilfe einsetzt, übersetzt die Regel so: Wo ist was mit wie vielen Personen passiert? Welche Verletzungen liegen vor? Das fünfte „W“ steht für das Warten auf Nachfragen.

Die zuvor genannte Stiftung wurde von den Eltern von Björn Steiger gegründet. Der Junge wurde am 3. Mai 1969 auf dem Heimweg vom Schwimmbad im baden-württembergischen Winnenden von einem Auto erfasst.

Obgleich Passanten sofort Polizei und Rotes Kreuz alarmieren, dauert es fast eine Stunde, bis ein Krankenwagen kommt. Da ist Björn bereits tot.

Wie sich herausstellte waren Kommunikationsschwierigkeiten zwischen den Rettungsdiensten an der Verzögerung schuld, die Ambulanzen hatten keinen Sprechfunk. Die Steigers kämpften seit dem dramatischen Ereignis unermüdlich für eine ordentliche und flächendeckende Notfallhilfe in der gesamten Bundesrepublik.

Zu wenige kennen die Nummer

Ihr Einsatz trug viele Früchte, unter anderem beschloss die deutsche Regierung im September 1973 die Einrichtung des Notrufs 112. Die Nummer gilt seit 1991 für alle EU-Staaten, sowie Albanien, Georgien, Island, Montenegro, Serbien die Schweiz und die Türkei.

Seit Ende 2008 müssen alle Mitgliedstaaten sicherstellen, dass die 112 sowohl von Festleitungen als auch von Mobiltelefonen aus gewählt werden kann. Allerdings ist längst nicht jedem EU-Bürger klar, dass diese Nummer überall in der Europäischen Union gilt. Darüber wussten laut einer Eurobarometer-Umfrage von 2013 lediglich 27 Prozent der Teilnehmer Bescheid.

Nur ein Viertel der Anrufe zieht einen Einsatz nach sich

In der luxemburgischen 112-Zentrale, die rund um die Uhr besetzt ist - mit fünf Operateuren und einem Saalchef pro Zwölf-Stunden-Schicht - gingen seit Juli 2018 übrigens über 382.110 Anrufe ein.

Lediglich 25 Prozent der Anrufe ziehen auch tatsächlich einen Rettungseinsatz nach sich.