LUXEMBURG
LJ

Im Kampf gegen Corona erleben Desinfektionsmittel einen Boom

Seit der Pandemie sind sie neben den Gesichtsmasken unsere ständigen Begleiter: Handdesinfektionsmittel. Sie können durch zwei unterschiedliche Regelungen ihren Weg auf den luxemburgischen Markt finden. Zum einen wäre da eine nationale Übergangsregelung. Sie betrifft jene Produkte, die als Hauptsubstanz Ethanols beinhalten würden. Sobald hier die Effizienz der Produkte auf dem Etikett zu finden sind, müssen Tests durchlaufen werden. Diese werden im Umkehrschluss nicht notwendig, sobald die Effizienz nicht auf dem Etikett beworben wird und die entsprechende Substanz in einer allgemein als effizient anerkannten Menge vorhanden ist. Zum anderen gibt es das Europäische Reglement 528/2012, welches Produkte betrifft, die als Hauptwirkstoff Isopropanol oder Natriumhypochlorit enthalten. Hierbei gibt es konkrete Regeln, welche die Angaben von Effizienz gegen bestimmte Organismen betreffen und es sind entsprechende Tests vorgesehen.

Sehr hohe Nachfrage

Die Umweltministerin Carole Dieschbourg und die Gesundheitsministerin Paulette Lenert klären in ihrer gemeinsamen Antwort auf die parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Marc Spautz weiter darüber auf, dass man im Rahmen der Pandemie europaweit nicht fähig gewesen sei, der Nachfrage gerecht zu werden. Diese sei nämlich seit März des Jahres geradezu explodiert. Eine Ausnahmeregelung würde es den EU-Mitgliedsstaaten erlauben, im Fall einer großen Gefahr für die öffentliche Gesundheit auch Produkte zuzulassen, welche nicht ganz den Bestimmungen entsprechen würden. Solche Ausnahmen wurden etwa in Frankreich und Deutschland eingeführt. In Luxemburg wurde der Artikel individuell eingesetzt, um zwei Desinfektionsmittel, welche durch die Apotheken hergestellt werden, zu erlauben. Gleiches gilt für die Produkte, welche durch die Krisenzelle eingekauft werden. Die Minister bestätigen weiter, dass zweifellos Produkte ohne Autorisierung oder Inkenntnissetzung auf den Markt gebracht wurden. Die „Administration de l‘environnement“ bezeichnete dieses Vorgehen als besorgniserregend. Eine genaue Zahl an Produkten lässt sich hier jedoch nicht nennen. Bei den Kontrollen möchte die „Administration de l‘environnement“ vor allem jene Produkte anvisieren, die eindeutig zweifelhafter Natur sind.