LUXEMBURG
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„SOS Détresse“ blickt auf ein arbeitsintensives Jubiläumsjahr 2017 zurück

Das vergangene Jahr war ein besonderes für „SOS Détresse“: Vor 40 Jahren, am 15. Mai 1977, hat das Telefon zum ersten Mal bei „SOS Détresse“ geklingelt. Einen Überblick über die verschiedenen Tätigkeitsbereiche und Aktivitäten von „SOS Détresse“ im vergangenen Jubiläumsjahr wird im Aktivitätsbericht 2017 gegeben.

Wichtigstes Event war eine öffentliche Konferenz in Präsenz der Familienministerin Corinne Cahen. Der bekannte Autor Viktor Staudt stellte sein Buch „Die Geschichte meines Selbstmords“ vor und weckte reges Interesse bei Anwesenden und Medienvertretern. Anschließend wurde auf der www.454545.lu ein umfassendes Dossier zu dem Jubiläums-Leitthema „Krisen - Wendepunkte im Leben“ veröffentlicht, in dem Menschen in Krise erste Informationen und Hilfestellungen finden.

2017 wurden 4.484 Gesprächeam Telefon geführt

Ende 2015 waren die täglichen Telefonbesetzungszeiten von acht auf zwölf Stunden erhöht worden, eine Maßnahme, die sich auch 2017 als äußerst sinnvoll erwies. So wurden im vergangenen Jahr 4.484 Gespräche geführt, dies sind circa 500 Gespräche mehr als 2016 und circa 1.700 Gespräche mehr als 2015. Die steigende Zahl der Anrufenden, die sich in akuter Not an „SOS Détresse“ wandten, zeigt die Notwendigkeit der längeren Erreichbarkeit. Im Jahr 2017 gingen 105 Gespräche mit Anrufenden ein, die prioritär zum Themenbereich Suizid Unterstützung suchten.

Auch in den 643 eingegangenen Mails zeigt sich die Einsamkeit vieler Menschen in Not. Häufigste Themen waren Konflikte und zwischenmenschliche Probleme, auch psychische Themen wie die Auseinandersetzung mit starken Gefühlen und Isolation, psychische Erkrankungen, Suizidalität und die Auswirkungen von Traumatisierungen. Anfragen von jungen Menschen unter 20, aber auch von Menschen im Alter von 30 bis 60 Jahren haben im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen.

Die Verstärkung des Fachteams von „SOS Détresse“ durch zwei engagierte Kolleginnen erlaubte es, 2017 viele wichtige Aufgaben in Angriff zu nehmen, die während der letzten arbeitsreichen Jahre zu kurz gekommen waren, so die Weiterentwicklung der internen Konzepte, der Organisation, der Kommunikation und der Vernetzung mit anderen Stellen.

Großes Engagement der Mitarbeiter

Die „a.s.b.l. SOS Radicalisation“ und die Beratungsstelle „respect.lu“ wurden im ersten Halbjahr 2017 im Rahmen von „SOS Détresse“ vorbereitet und sind seit dem 1. Juli vergangenen Jahres eine eigenständige Organisation. Die bisherigen wie auch die zukünftigen Projekte sind nur möglich dank des Engagements der MitarbeiterInnen, die ihre Zeit und ihre Energie freiwillig investieren, um Menschen in Not zu helfen: im Dienst am Telefon und in der Mailberatung, der Verwaltung, den Arbeitsgruppen und den Gremien.