LUXEMBURG
JEFF HERR

„Wonschkutsch“ soll letzte Wünsche erfüllen

Noch einmal das Meer sehen oder dabei sein, wenn die Enkelin heiratet: Der neue Verein „Wonschkutsch“ will unheilbar Kranken mittels eines medizinisch betreuten Transports einen letzten Wunsch erfüllen. Präsident Jeff Herr erklärt, warum der Verein einen Nerv getroffen hat und dennoch neue Mitglieder braucht.

„Sterbenskranken einen letzten persönlichen Wunsch erfüllen – das ist das Ziel des neu gegründeten Vereins ‚Wonschkutsch a.s.b.l.‘. Einen letzten Wunsch erfüllt zu bekommen, bedeutet den Betroffenen sehr, sehr viel. Es geht dabei auch ums Loslassen; wer noch einen Wunsch hat, klammert sich oft fest. Mit dem erfüllten Wunsch kann man den Betroffen den Abschied erleichtern. Unser Vorbild sind dabei die europäischen Wünschewagen, wobei die Fahrten unter anderem von ausgebildeten Krankenpflegern und Ärzten begleitet werden.

An uns wenden können sich Menschen, die laut den entsprechenden Statuten, einer Zertifizierung durch einen Arzt im ‚carnet palliativ‘, eine geringe Lebenserwartung haben. Innerhalb unseres Vereins haben wir uns aber auch darauf geeinigt, dass jeder anfragen kann, der unheilbar krank ist. Die Transporte werden in Luxemburg stattfinden. Das können ganz unterschiedliche Wünsche sein: Etwa wenn jemand zu einer Hochzeit, einem Fußballspiel oder zur Fatima nach Wiltz möchte. Theoretisch sind auch Fahrten ins Ausland möglich, etwa ans Meer, zum Kölner Karneval oder zu Freunden in die Berge. Unser Ziel ist es daher auch, im Ausland Partner zu finden und ein Netzwerk in Europa aufzubauen. Zur Vereinsgründung haben wir daher auch die ‚Hearts Angels‘ aus Belgien eingeladen.

Wir freuen uns sehr über den Zulauf, den wir bereits jetzt mit unserem Verein bekommen. Das zeigt uns, dass wir ein starkes Bedürfnis ansprechen. Bisher scheiterte die Erfüllung eines solchen letzten Wunsches, wenn er mit einer Reise verbunden war, immer am ärztlich begleiteten Transport, der organisiert werden musste. Bei uns kostet ein Transport nichts, denn ein Vereinsmitglied stellt uns Krankenwagen seiner privaten Ambulanz zur Verfügung. Neben den Wagen kostet uns auch das Personal nichts, da dies Freiwillige, darunter medizinisch Geschulte, aus dem Verein übernehmen. Was sonst an Kosten für den Transport anfällt, wird über Mitglieder finanziert. Der jährliche Minimalbetrag liegt bei zehn Euro, hinzu sollen Spenden und Einnahmen aus Manifestationen wie zum Beispiel Benefizkonzerten kommen. Wir suchen noch Mitglieder, die Transporte begleiten, aber auch Freiwillige, die den Verein nach außen vertreten.“

Weitere Informationen unter www.wonschkutsch.lu und www.facebook.com/wonschkutsch