LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

Drogen als Symptom für andere Probleme: „Impuls“ bringt Jugendliche zurück ins Leben

Seien es regelmäßige Alkoholabstürze auf der Party, eine Cannabis-Sucht oder gar der Kampf gegen synthetische Drogen: Schon seit 20 Jahren leistet der Service „Impuls“ von der „Solidarité Jeunes“ Jugendlichen Hilfe, die Probleme mit illegalen oder legalen Drogen haben. Im Notfall auch über Skype, wenn die jungen Leute etwa gerade im Ausland studieren.

René Meneghetti, Diplompsychologe und Projektleiter des Dienstes, kann mit Stolz erzählen, dass man in den vergangenen 20 Jahren bereits 6.500 Jugendlichen geholfen hat, zählt man betroffene Eltern, andere Familienmitglieder und Freunde mit, hat sich „Impuls“ schon um 20.000 Menschen gekümmert. Im Durchschnitt betreut das Team an die 600 Jugendliche pro Jahr.

Mit mehr Selbstwertgefühl gegen Drogen

Angesichts eines kleinen Teams von nur sechs Psychologen auf 5,5 Stellen eine beachtliche Leistung, wie Gesundheitsministerin Lydia Mutsch betonte. Die Ministerin hatte sich am Dienstagnachmittag mit anderen Gästen zur einer kleinen Feierstunde am Sitz des Jugenddienstes, im Bahnhofsviertel der Hauptstadt, eingefunden. „Ich bin beeindruckt, dass Euch bei dieser Arbeit der richtige Ton gelingt, zumal Drogenprobleme nur die Spitze des Eisbergs sind, unter der sich ganz andere und komplexe Probleme verbergen“, sagte Mutsch in ihrer Ansprache. Die Ministerin gab dabei auch zu bedenken, dass Drogenmissbrauch inzwischen schon 12- und 13-Jährige betrifft. „Die Jugend ist das Kapital unserer Gesellschaft, wir müssen sie schützen und in sie investieren“, erklärte die Ministerin weiter.

„Impuls“ hat mit den Universitäten Luxemburg und Trier eine erste Studie zum Thema Drogenmissbrauch erstellt. Dabei hat man herausgefunden, dass innerhalb der Stichprobe von betroffenen Jugendlichen der erste Kontakt mit Alkohol mit durchschnittlich 13,7 Jahren und mit Cannabis mit 14, 3 Jahren erfolgt ist. Dabei macht vor allem der Cannabiskonsum Sorgen: Er liegt zu rund zwei Dritteln über dem Wert eines gefährlichen Konsums. Das Durchschnittsalter bei einer Therapie lag bei der Stichprobe bei 16,8 Jahren und die Dauer betrug zwischen acht und 177 Tagen, was durchschnittlich gut 64 Tagen entsprach.

In der Studie ging es auch um die Wirksamkeit der „Self Affirmation“-Theorie, mit der eine Therapie begleitet werden kann und die so zu besseren Ergebnissen führt. Ziel ist es, das Selbstwertgefühl der Jugendlichen zu steigern und Bereiche ihres Lebens zu stärken, die von externen Bedrohungen und Belastungen frei sind. Anhand der Studie stellte man fest, dass der Konsum von Cannabis dank der „Self Affirmation“-Methode tatsächlich gesunken war.

Eine Methode, die man bei „Impuls“ weiter anwenden will. Die Erfolgsquoten des Dienstes liegen laut Meneghetti bei 75 Prozent, bei gut zwölf Prozent der Jugendlichen bleibt der Konsum auf gleichem Niveau und wiederum knapp zwölf Prozent kommen in Gefahr weitere Drogen zu nehmen.


Weitere Informationen und Kontakt unter www.im-puls.lu