LUXEMBURG
JK MIT GESCHICHTSMUSEUM DER STADT LUXEMBURG

Sehenswerte Rotkreuz-Ausstellung im Geschichtsmuseum der Stadt Luxemburg

Das Rote Kreuz feiert im laufende Jahr zwei Jubiläen: Der 150. Jahrestag der ersten Genfer Konvention und das 100-jährige Bestehen des Luxemburger Roten Kreuzes. Mit der Ausstellung „Hilfe! Das Rote Kreuz in Luxemburg und in der Welt“ bietet das Geschichtsmuseum der Stadt Luxemburg Einblicke in die facettenreiche Geschichte der weltgrößten Hilfsorganisation.

Weltweit größtes Hilfswerk

Das Rote Kreuz ist aus der heutigen Gesellschaft Luxemburgs nicht mehr wegzudenken. International bilden Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften in 189 Nationen das weltweit größte humanitäre Netzwerk, das außerdem zu einer der bekanntesten „Marken“ der Welt zählt. Wie bei der Pressepräsentation der Ausstellung von den Museumsverantwortlichen Danièle Wagener und (Direktorin) und Gaby Sonnabend (Kuratorin der Ausstellung) zu erfahren war, stellt die Ausstellung gleich zu Beginn eine Reihe von Fragen: Warum wird geholfen? Wären wir selbst bereit, zu helfen, oder nehmen wir das Leid anderer Menschen einfach hin, abgestumpft durch die Bilder, die uns jeden Tag über die Medien erreichen?

Anschließend werden den Ausstellungsbesuchern die historischen Gründungs-Etappen des Roten Kreuzes präsentiert: 1859 bekam der Genfer Kaufmann und spätere Friedensnobelpreisträger Henry Dunant (1828-1910) die Gräuel der Schlacht von Solferino mit, bei der zehntausende Soldaten starben und weit mehr noch in den folgenden Tagen aufgrund mangelhafter Versorgung erkrankten. Unter dem Motto „Tutti fratelli“ (Alle sind Brüder) organisierte Henry Dunant die Pflege der Verwundeten, und zwar auf beiden Seiten.

„Tutti fratelli“

Anschließend warb Henry Dunant für seine neuartige Idee, im Kriegsfall neutral und unparteiisch die Verwundeten zu versorgen. Mit vier gleich gesinnten Genfer Bürgern gründete er das „Internationale Komitee vom Roten Kreuz“. Zwölf Staaten unterzeichneten 1864 die Genfer Konvention, in der die Statuten der Rotkreuzbewegung festgelegt wurden.

Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges, im August 1914. folgten Mitglieder des liberalen Bürgertums dem Aufruf von Großherzogin Marie-Adelheid und gründeten die Luxemburger Rotkreuzgesellschaft. In der Zwischenkriegszeit verlagerten sich die Aktivitäten des Luxemburger Roten Kreuzes in den zivilen Bereich: Verbesserung der Hygiene und der Gesundheitsfürsorge, Kampf gegen Krankheiten sowie Maßnahmen zur Säuglingsbetreuung.

Nach der Annexion des Großherzogtums im Zweiten Weltkrieg ging die Luxemburger Organisation zwangsweise im Deutschen Roten Kreuz auf. In diesem Zusammenhang wird die internationale Geschichte des Roten Kreuzes beleuchtet, das zwar helfend an sämtlichen Fronten aktiv war, sich jedoch nicht nachdrücklich für die Insassen der NS-Konzentrationslager einsetzte. Darüber hinaus thematisiert die Ausstellung verschiedene Aspekte zum schwierigen Thema der Neutralität und Unparteilichkeit der Hilfsorganisation.

Vielfältige Aufgaben

Seit dem Neuanfang 1945 wurden die Tätigkeitsfelder des luxemburgischen Roten Kreuzes vielfältiger. Einen Einblick in die breite Skala der Aktivitäten geben Interviews mit Mitarbeitern und Ehrenamtlichen des Roten Kreuzes. Angesichts der veränderten Weltlage im 21. Jahrhundert steht das Rote Kreuz heute vor neuen Herausforderungen. Der letzte Themenbereich der Ausstellung nimmt sich humorvoll dem weltweit bekannten Symbol des Roten Kreuzes und dessen mannigfaltigem Gebrauch in den verschiedensten Lebensbereichen an.


Die Ausstellung „Hilfe! Das Rote Kreuz in Luxemburg und in der Welt“ ist bis zum 29. März 2015 im Geschichtsmuseum der Stadt Luxemburg zu sehen, und zwar von dienstags bis sonntags von 10.00 bis 18.00, donnerstags von 10.00 bis 20.00. Montags geschlossen