LUXEMBURG
MADY LUTGEN

Christian Wolfers arbeitet als Producer für RTL Television/Infonetwork GmbH

Vor zehn Jahren hat alles angefangen, als der aus Diekirch stammende Christian Wolfers sich für ein Medien-Studium in Köln entschied. Köln ist eine Medienstadt und so wollte er auch an diesem Spirit teilnehmen und sich eine Stelle bei RTL Television sichern. Dies hat geklappt, der 34-Jährige kann jetzt auf fast acht Jahre als Produzent bei RTL und auf die Redaktion von unter anderem „Exclusiv“, „Extra“ und sehr aktuell auf die Enthüllungs-Sendung „Team Wallraff“ zurückschauen. Im „Journal“-Interview erzählt der Medienbegeisterte über seinen spannenden Beruf und über seine Wahlheimat Köln.

Was sind genau Ihre Aufgaben bei RTL Television?

Christian Wolfers Als Producer besteht meine Aufgabe vor allem darin, die Produktion von verschiedenen Fernsehsendungen komplett zu planen und anschließend zu überwachen, sei es budgetär wie organisatorisch. Man könnte mich auch als Bindeglied zwischen der Redaktion und der Produktion bezeichnen. Die meiste Zeit sitze ich im Büro, bei aufwendigen Drehs allerdings übernehme ich die Organisation und Koordination vor Ort. Aktuell produziere ich die Sendung „Team Wallraff- Reporter Undercover“.

Vor welche Herausforderungen stellt Sie Ihr Beruf in der Hauptsache?

Wolfers Davon gibt es mehr als genug. Das variiert aber von Format zu Format. Bei „Team Wallraff“ zum Beispiel darf man den Überblick nicht verlieren. Da wir parallel immer mehrere Reporter im Einsatz haben, ist es natürlich eine Herausforderung, die Reporter, die Teams und die aufwändige Technik im Auge zu behalten. Solche Undercover-Einsätze sind nicht planbar, das macht es zu einem anspruchsvollen und spannenden Job. Ab und zu nervenaufreibend, aber genau das ist es, was ich an meinem Beruf mag. In stressigen Phasen und bei schwierigen Einsätzen kommt es dann auch mal vor, dass ich für die Kollegen Tag und Nacht erreichbar sein muss.

Die Wallraff-Sendungen kommen super an. Woran, glauben Sie, liegt das?

Wolfers Es ist klar, dass der Name Günter Wallraff definitiv für eine Marke steht, aber es liegt auch daran, dass die Themen von großem öffentlichen Interesse sind. Wir versuchen, grobe Missstände aufzudecken, die in irgendeiner Art jeden von uns betreffen können. Wir stecken sehr viel Zeit und Mühe in jede einzelne Sendung, so sind die Sendungen inhaltlich extrem gründlich ausgearbeitet und recherchiert. Das sieht man dem Format auch an und das, glaube ich, wissen die Zuschauer zu schätzen.

Wird es noch weitere Folgen von Team Wallraff geben?

Wolfers Selbstverständlich! Wir haben zurzeit eine Menge Themen in Arbeit, es ist aber noch unklar, wann die nächste Folge ausgestrahlt wird, denn gesendet wird nur dann, wenn die Reporter auch wirklich Missstände aufspüren.

Was fasziniert Sie an den Medien?

Wolfers In dieser Branche ist eigentlich kein Tag wie der andere. Man muss immer mit der Zeit gehen, da sich die Zuschauer auch in ihrem Verhalten ständig verändern.

Sie leben in Köln, was mögen Sie an dieser Stadt?

Wolfers Kölle un die Minsche he. Wer einmal hier war, wird mich verstehen. Es ist vor allem die Offenheit der Kölner, die mich bewegt. Köln ist eine Großstadt mit Dorfcharakter. Man fühlt sich sehr schnell wohl hier.

Wie stellen Sie sich ihre weitere Zukunft vor?

Wolfers Das ist in dieser Branche schwer zu sagen, es kann sich alles entwickeln. Meine Zukunft wird aber auf jeden Fall weiter in der Medienbranche sein.

Könnten Sie sich vorstellen wieder nach Luxemburg zurückzukehren?

Wolfers Ich sage niemals nie, aber zum jetzigen Zeitpunkt gibt es für mich in Luxemburg keine direkte Möglichkeit, an meine jetzige Arbeit anzuknüpfen. Ich lasse mich da einfach mal überraschen.