LUXEMBURG
NATALIA SLIOUTOVA

In „Persona 5“ zeigen die Menschen ihr wahres Gesicht

„Persona 5“ ist der sechste Titel der gleichnamigen Reihe und ist Teil der bekannten „Shin Megami Tensei“-Franchise (Megami Tensei in Japan). Das Spiel kam 2016 in Japan heraus und erreichte uns - nach einigen Terminverschiebungen - erst im April 2017.

Die Geschichte folgt einem stummen Protagonisten, der nach einem Vorfall in die Tokioter Shujin Akademie versetzt wird und dort zum ersten Mal mit der seltsamen Metawelt (eine Art verzerrte Realität, die im Herzen einer Person existiert) in Berührung kommt. Dabei lernt er neue Mitstreiter kennen - die genau wie er - über eine Persona befehligen. Gemeinsam versuchen sie, die Metawelt und damit auch die reale Welt von Korruption zu befreien.

Jeder Tag ist ein Abenteuer

Die Geschichte von „Persona 5“ ist an sich einfach gestrickt, aber ganz sicher nicht langweilig. Obwohl die ersten paar Spielstunden etwas zäh und langwierig erscheinen können und die ständigen Zeitsprünge recht verwirrend sind, sorgen die gelegentlichen Entscheidungen, die der Spieler treffen muss, dafür, dass man nicht einfach abschaltet und die Geschichte an sich vorbeilaufen lässt. Hinzu kommt, dass jeder In-Game-Tag etwas Neues mit sich bringt, sowohl in der „realen“ wie auch in der Metawelt. Die Fähigkeiten des Protagonisten und seiner Begleiter wachsen ständig und die Gegner werden dementsprechend auch immer stärker und raffinierter. Auch die visuellen Aspekte des Spiels sorgen für ausreichend Abwechslung. Die Spiel- und Zwischensequenzen sind in unterschiedlichen Anime-Stilen gehalten, während die Spezialeffekte an Pop Art erinnern und deswegen regelrecht ins Auge springen.

Steuerung und Mechanik sind einfach und übersichtlich, was den Einstieg ins Spiel um einiges erleichtert. Die Kampfsequenzen erinnern im Prinzip an ältere rundenbasierte „Final Fantasy“-Spiele und lassen dem Spieler genug Zeit, sich mit der Steuerung und den Fähigkeiten aller Charaktere vertraut zu machen. Jeder Charakter verfügt über drei verscheidene Kampfoptionen: Basisangriff, Angriff mit einer Schusswaffe und natürlich Angriff mit der jeweiligen Persona. Jede Attacke hat zudem noch zusätzliche Eigenschaften, die sich nach Element, Typ und Effekt unterteilen lassen. Mit höherem Level ist es wichtig, diese Eigenschaften taktisch einzusetzen und zu kombinieren, um starke Gegner auszuschalten.

Für Freiheit und Gerechtigkeit

„Persona“-Fans dürfen sich zudem über zahlreiche Anspielungen aus den vorigen Spielen freuen, wie zum Beispiel den „Velvet Room“. Das Spiel folgt wie bereits in „Persona 3“und Teil 4 einer bestimmten Thematik: In Teil 3 ging es um den Tod, in Teil 4 um Identität und im jetzigen Titel ist das Hauptthema Freiheit. Das Spiel bietet einen kritischen Ausblick auf die moderne (japanische) Gesellschaft, in der die Menschen, und vor allem Jugendliche, mit bestimmten Erwartungen zu kämpfen haben und sich von diesen Zwängen zu befreien suchen.

Im Großen und Ganzen ist „Persona 5“ ein solider Titel, der fast alles richtig macht und sowohl Fans wie Neuzugänge anspricht.