LUXEMBURGNICO PLEIMLING

Handicap International: Minen und Streubomben fordern noch immer viele Opfer

Zum jährlichen Treffen mit der Presse hatte Handicap International Luxemburg einen besonderen Gast eingeladen: Raed Mokaled ist ein libanesischer Lobbyist, der sich seit mehreren Jahren für ein Verbot von Minen und Streubomben einsetzt. Er selbst hat 1999 seinen damals fünfjährigen Sohn verloren und erklärte am gestrigen Donnerstag: „Wir waren in einem öffentlichen Park, um den Geburtstag meines Sohnes zu feiern. Die Kinder spielten und plötzlich hörten wir eine Explosion. Mein Sohn hatte nach einem glänzenden Stück Metall gegriffen, das sich als Streubomben-Blindgänger entpuppte. Erst vier Stunden nach dem Unfall konnte er ins Krankenhaus gebracht werden, wo er vier Stunden später verstarb. Meistens sterben unschuldige Menschen, nicht Soldaten.“

72 Prozent der Minenopfer sind Zivilisten

Martin Lagneau, Direktor von Handicap International Luxembourg bestätigte, dass es sich hier nicht um einen tragischen Einzelfall handele und untermauerte diese Aussagen mit ernüchternden Statistiken: „73 Länder sind von Minen betroffen, die Opfer sind zu 72 Prozent Zivilisten, davon sind 42 Prozent Kinder. Alleine 2011 wurden ungefähr 4.300 Opfer gezählt. 2002 waren es noch 12.000, also bringt der unermüdliche Einsatz von Menschen, wie Raed Mokaled und Nichtregierungsorganisationen wie Handicap International positive Resultate.“

Monatlich werden 350 Opfer verzeichnet und es gibt rund 100.000 überlebende Opfer. Bei Streubomben trifft es die Zivilbevölkerung indes noch härter, da jene häufig in bewohnten Gebieten eingesetzt werden, erklärt Martin Lagneau: „Hier waren im vergangenen Jahr 41 Länder betroffen, 94 Prozent der Opfer waren Zivilisten, darunter 40 Prozent Kinder. Die Zahl der Opfer lag 2012 bei mindestens 54.000.“

Kleine Erfolge zu verzeichnen

Die 1997 unterschriebene Ottawa-Konvention hat unterdessen einige Erfolge gebracht: Die Zahl der Opfer ist innerhalb von zehn Jahren um 60 Prozent gefallen und es sind inzwischen weniger Länder betroffen. Ferner gibt es heute keinen Welthandel mehr mit Minen, jene werden nur noch in kleineren Zahlen illegal verkauft.

Negativ zu verzeichnen ist, dass vier Länder noch immer Antipersonenminen produzieren, acht weitere werden der Produktion verdächtigt.

Außerdem haben 34 Länder - darunter China, Russland, die USA und Pakistan - die Konvention bislang nicht unterschrieben. Derzeit sollen 33 Länder, die dem Abkommen nicht beigetreten sind, rund 160 Millionen Minen lagern.

Ähnlich verhält es sich mit der Oslo-Konvention betreffend der Streumunition, die 2008 unterzeichnet wurde. Am 5. Oktober organisiert Handicap International die 14. Schuhpyramide gegen Submunition auf der Place d’Armes.