LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Erste Etappe der „Karawann Tour“ von Legotrip: Ein Stimmungsbericht aus dem „Parc Neuman“

Etwas versteckt liegt diese kleine grüne Oase im Stadtviertel Limpertsberg, unweit der früheren Uni-Fakultät. Nach diesem Wochenende wird der „Parc Neuman“ möglicherweise etwas an Bekanntheitsgrad gewonnen haben. Die luxemburgische Band Legotrip um Künstler Serge Tonnar hatte nämlich ihre Zelte im Herzen des Parks auf einer Wiese aufgeschlagen, beziehungsweise ihren Wohnwagen im Rahmen der „Karawann Tour 2017“ in Zusammenarbeit mit Maskénada in Stellung gebracht.

Bereits von weitem drangen Klänge von früher aus der Vinylsammlung von „DJ Dréi Dësch“ ans Ohr der Besucher, die ausgestattet mit Decken und Campingstühlen in Richtung Parkzentrum wanderten, wo auf einem liebevoll-gemütlich eingerichteten Areal ungezwungene Wiesenfeststimmung herrschte. Das Ganze hatte wohl ein bisschen was von einem Hippie-Festival, eine Prise „Summer of Love“-Feeling inklusive. Statt diverser Drogen ließen sich die Besucher am frühen Samstagabend aber von der Hintergrundmusik berauschen, genossen die letzten Sonnenstrahlen und setzten auf kulinarische Genüsse: Burger und Pasta aus den Foodtrucks, Cocktails und Bier von der Bar.

Sound der 60er und 70er Jahre

Mit dem passenden Song „Summer of Love“ rissen die Musiker von Legotrip die Besucher schließlich aus ihrem entspannten Chill-Modus. Auf der Bühne des umgebauten Wohnwagens: Serge Tonnar an der Gitarre und am Mikrofon, Eric Falchero an den Tasten, Rom Christnach am Bass und Misch Feinen am Schlagzeug, alle selbstverständlich im 60er und 70er Jahre-Look, immerhin sollte genau diese Stimmung vermittelt werden. War Legotrip in der jüngeren Vergangenheit eher akustisch unterwegs, so wurden für diese Tour nun wieder die elektronischen Instrumente hervorgeholt und manche Songs - alte und neue standen auf der Setlist - entsprechend umarrangiert, inspiriert am Sound der 60er und 70er Jahre selbstverständlich. „De Lampertsbierg ass meng fréier Heemécht. De Neumanspark läit gutt verstoppt, fréier sinn ech heihi freie komm“, verriet Tonnar übrigens.

Quer durch den Legotrip-Plattengarten

Zwei Stunden lang spielten sich die Musiker durch ihre bisherigen Platten, animierten die Leute zum Mitsingen, was selbst für eingefleischte Fans bei Refrains wie „papperlapapp a blablabla barbapa marmelade papa mama tata mammelikanner“ natürlich alles andere als selbstverständlich war, brachten sie beim sehr zweideutigen „Prinzessin op der Ierz“ zum Lachen, sorgten für emotionale Momente beim gefühlvollen „Bonjour an Awuer“, teilten beim kritischen „Eng déck Schnëss“ ordentlich aus, bewirkten beim langsamem „Blumme vun der Tankstell“ rhythmisches Arm-in-Arm-Schunkeln, schlugen bei „Ya Mann“ Reggae-Klänge an, überzeugten zwischendurch auch mal mit ausgedehnteren Gitarrensoli und boten insgesamt eine gute Kombination aus eingängigen Melodien, gewohnt kritisch-humorvollen Texten, gefühlvollen Stücken und rockigen Nummern. Da die Bewegungsfreiheit auf derart engem Raum natürlich begrenzt ist, erwartete niemand eine actiongeladene Bühnenshow. Es ging um die Musik, und es ging um die besondere Park-Atmosphäre und das Flair der 60er und 70er. Und diese Komponenten stimmten, wenngleich man anmerken muss, dass der Funken an diesem Samstagabend zeitweilig nicht so recht überspringen wollte, zu gemütlich hatten es sich die Leute auf ihren Decken vor der Bühne gemacht. Erst als Tonnar sein Publikum vehement dazu aufforderte, aufzustehen und näher ans Geschehen zu rücken, wechselte die Stimmung aus dem geselligen Chill- in den etwas ausgelasseneren Party-Modus.

„KARAWANN TOUR“

Noch sechs Konzerte

Nach dem Tour-Auftakt mit drei Konzerten im „Parc Neuman“ macht die „Karwann Tour“ am nächsten Wochenende Station in Wiltz („Jardins de Wiltz“). Am 28. und 29. Juli geht es um 18.00 los, am 30. Juli öffnen die Türen bereits um 11.00 fürs „Concert-Apero“. Am ersten Augustwochenende spielt Legotrip dann im Merscher Park: am 4. und 5. August wieder ab 18.00 und am 6. ab 11.00.

Eintrittskarten gibt es unter karawann@maskenada.lu oder Tel. 2748 9382. Weitere Infos: www.maskenada.lu