CLAUDE KARGER

„Hitzkopf oder Diplomat?“, fragt dieser Tage der „Wort“-Sommerplauscher vom Dienst den Käerjenger Dreierkoalitionschef. Rhetorischer kann eine Frage an den CSV-Polterer wohl kaum sein. „Hitzkopf“, entgegnet denn auch der Plauschpartner, „eine andere Antwort würde für Gelächter im Land sorgen“. Am witzigsten findet der Schifferklavierfan, dem die Regierung wie eine „Nikolaus-Truppe“ vorkommt, übrigens die Frage: „Nicolas Schmit oder Tess Burton?“: „(lacht) Absolut keine Ahnung! Ich kenne die junge Dame nicht einmal“. Hitzköpfig wird indes der EU-Kommissionsboss etwa, „wenn man hinterfragt, was ich sage“. Das war allerdings schon zu Premierzeiten so. Das mit dem Nachhaken tut beispielsweise die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die JCJ nun seit 40 Jahren lese und findet: „Sich das jeden Tag anzutun, ist mit der Erklärung der Menschenrechte kaum mehr kompatibel“. Ach, nur eine Juncker-Schäkerei, hat sich der Mann doch für die seit Mitte der 1960er laufende Werbekampagne des Blattes als „kluger Kopf“ hergegeben. Dafür musste er sich mutterseelenallein in einer Taverne in der Ägäis hinter einer FAZ verstecken. Alles äußerst symbolträchtig, stehen auf der Menütafel im Vordergrund doch die Preise in Euro. Keine Selbstverständlichkeit, denn noch vor gar nicht allzu langer Zeit wollte so mancher Hitzkopf Hellas aus der Eurozone katapultieren.