LUXEMBURG
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24 Fragen an Max Hahn

Für unsere diesjährige Sommerserie ließen wir einer Reihe von Politikern einige Fragen per Mail zukommen. Heute die Antworten des DP-Deputierten Max Hahn. 

Was haben Sie während des Lockdowns gemacht und befürchten Sie angesichts der aktuellen Situation einen zweiten Lockdown?

MAX HAHN Das Confinement war für mich eine sehr arbeitsintensive Zeit, sowohl das Parlament als auch die Gemeindeverwaltung waren mit einer Situation konfrontiert, die schwer einzuschätzen war, aber schnelles Handeln erforderte. So mussten z.B. in den jeweiligen parlamentarischen Kommissionen eine ganze Reihe neuer Gesetzestexte im Eilverfahren untersucht und angenommen werden. Aber auch auf kommunaler Ebene gab es viel zu tun, die gesamte Verwaltung musste sich umstellen, neue Initiativen und Dienstleistungen, um unsere Einwohner bestmöglich in dieser schwierigen Zeit zu begleiten, wurden ins Leben gerufen. Das hat viel Zeit und Energie gekostet, aber dank unserer tollen Mannschaft konnten wir diese Aufgabe gut bewältigen. Schließlich habe ich es trotz des Stresses genossen, immer wieder Momente für meine kleine Familie zu finden. Der Lockdown war richtig und notwendig, um die erste Welle zu brechen und Zeit zu gewinnen. Angesichts der wirtschaftlichen und sozialen Schäden muss ein zweiter Lockdown jedoch mit allen Mitteln verhindert werden. Aktuell steigen die Infektionszahlen wieder, aber nicht exponentiell. Ich hoffe, dass sich die Leute weiterhin verantwortungsbewusst verhalten. Es bleibt abzuwarten, ob das Ende der Sommerferien und die Rückkehr vieler Menschen aus dem Urlaub zu bedeutend mehr Infektionen führen oder nicht.

Ist Europa,  vor allem aber auch die Großregion,  in der Corona-Krise gestorben?

HAHN Die nationalen Rückbesinnungsreflexe mancher Staaten haben Europa sicher nicht gut getan, trotzdem gab es auch viele Gegenbeispiele, die zeigen, dass der europäische Gedanke besonders im Grenzgebiet nach wie vor stark ist. Die Forderung nach offenen Grenzen wurde von vielen Politikern aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz mitgetragen. Zudem gab es eine große Solidarität zwischen Frankreich und Luxemburg, sei es hinsichtlich des Pendlerstromes, sei in Bezug auf die Aufnahme von Patienten. Ich bin jedoch auch der Meinung, dass noch viele Anstrengungen unternommen werden müssen, um die EU resistenter gegen solche Krisen zu machen. Das hängt aber letzten Endes in erster Linie von den Mitgliedstaaten ab.

Was war in Ihren Augen das wichtigste politische Dossier in der zurückliegenden Session?

HAHN Die Bewältigung der aktuellen sanitären Krise sowie ihrer wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen stellt ohne Frage die bedeutendste Herausforderung dar, vor die die Politik seit langem gestellt wurde. Die Regierung hat hier die richtige Entscheidung getroffen, den Menschen und Firmen mit Hilfsmaßnahmen von mehr als 10 Milliarden massiv unter die Arme zu greifen. Abgesehen von der Corona-Krise war für mich persönlich der gratis öffentliche Transport ein besonderer Meilenstein. Wir haben hier in Luxemburg gezeigt, dass wir es ernst meinen mit der Verkehrswende, indem wir neben den milliardenschweren Investitionen in die Infrastruktur nun auch die Nutzung für jeden gratis machen. In anderen Ländern kann man davon nur träumen.

Welches sind für Sie die  Prioritäten für die Rentrée?

HAHN Corona wird auch im Herbst die akuteste Herausforderung bleiben. Doch darüber dürfen andere wichtige Baustellen nicht vergessen werden. Die Klimakrise ist und bleibt die größte existenzielle Bedrohung für diesen Planeten. Die Regierung hat bereits Maßnahmen vorgestellt, doch weitere müssen folgen, die bestehenden müssen auf ihre Wirksamkeit hin evaluiert und ggf. angepasst werden. Aber auch der Dauerbrenner Wohnungsmarkt ist ein wichtiges Dossier für mich. Der Minister hat vor kurzem den Pacte Logement 2.0 sowie das überarbeitete Mietgesetz vorgestellt. Die Arbeiten in der parlamentarischen Kommission können somit gleich nach der Rentrée beginnen.

Wohin fahren Sie, wenn es die Situation denn erlauben sollte,  in den Urlaub, und warum?

HAHN Wie jedes Jahr: in die Berge. Auch wenn es dieses Jahr weniger drum gehen wird, Gipfel zu bezwingen, sondern vielmehr zu entspannen und die Bergwelt mit meiner Frau und unserem einjährigen Sohn zu genießen.

Haben Sie – und seien Sie hier bitte ehrlich! -  seit der Einführung des gratis öffentlichen Transports schon mehr als einmal Bus, Bahn oder Tram genommen?

HAHN Ja, mehrmals. Dies weil das Angebot für meine Bedürfnisse sehr gut passt und die Zugverbindung die eindeutig bessere Alternative zum Individualverkehr ist. Ziel muss es sein, den öffentlichen Verkehr genau so auszubauen, dass dieser für möglichst viele die bessere Alternative wird.

Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?

HAHN Zeit mit Familie und Freunden genießen.

Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?

HAHN Ungeduld.

Ihr größter Fehler?

HAHN Ungeduld.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

HAHN Hoch motiviert.

Stoff- oder Einwegmaske?

HAHN Stoffmaske. Der Umwelt zuliebe.

Netflix oder Fernsehen?

HAHN Fernsehen, aber immer seltener...

Putin oder Trump?

HAHN Obama.

Südkorea oder Nordkorea?

HAHN Ich hab’s generell nicht so mit Diktatoren...

Beatles oder Rolling Stones?

HAHN Hauptsache Rock.

Bach oder Stockhausen?

HAHN Bach.

Wein oder Bier?

HAHN Eher Bier.

Krimi oder Roman?

HAHN Roman.

Fahrrad oder Auto?

HAHN Fahrrad, so oft es geht.

Grün oder Blau?

HAHN Na, dann raten Sie mal ;)

Nacht oder Tag?

HAHN Mit einem einjährigen Sohn lernt man eine durchgeschlafene Nacht erst so richtig wertschätzen.

Süßes oder Saures?

HAHN Hähnchen süß-sauer.

Hund oder Katze?

HAHN Hund.

Kennen Sie einen politischen Witz?

HAHN Warum ist bei den Grünen das Internet so langsam?
Weil sie Grasfaserkabel verlegt haben.